Aufstieg und Atmosphäre zählen
Kriterium Gehalt verliert an Bedeutung
Neben den persönlichen Entwicklungschancen, also zum Beispiel der Möglichkeit, sich fortzubilden und aufzusteigen, ist 60 Prozent der Befragten zudem das Arbeitsklima wichtig, auf dem dritten Platz folgt dicht dahinter mit 57 Prozent ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Beruf und Familie. Weniger als die Hälfte der Teilnehmer gaben an, den Arbeitgeber nach dem Gehalt auszuwählen. Noch 2008 war das Gehalt das wichtigste Entscheidungskriterium für die Absolventen.
Michael Prochaska, Personaldirektor bei Haniel, nennt als mögliche Erklärung für die Veränderungen gegenüber früheren Jahren einen Wertewandel in der Gesellschaft. Für die jungen Berufseinsteiger hätten Familie und Freunde offenbar einen höheren Stellenwert gewonnen. "Work-Life-Balance war vor 25 Jahren noch nicht salonfähig. Damals hätte man einen Absolventen komisch angeschaut, wenn er das als wichtiges Thema bezeichnet hätte", sagt er. Heute sei das Thema in der Gesellschaft angekommen.
Prochaska kann gut verstehen, dass Berufseinsteigern die eigene Entwicklung wichtig ist. "Warum kündigen Mitarbeiter? Entweder hat jemand Probleme mit dem Chef, oder es fehlen die Entwicklungsmöglichkeiten. Am Geld liegt es dagegen fast nie." Schließlich wüssten die Absolventen, dass dem beruflichen Aufstieg von ganz allein eine höhere Bezahlung folge.