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18.03.2011, 10:00
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Karriereturbo:
Der harte Kampf um den Doktortitel
Die Causa Guttenberg zeigt: Das deutsche Promotionssystem ist anfällig für Fehler. Bei der Betreuung und Bezahlung der Doktoranden hapert es. Dabei gilt der Titel für viele Branchen als Türöffner.
von Marike Frick
und Katharina Grimm, Hamburg
Wenn Hochschulen alles richtig machen, dann machen sie es wie die Uni Jena: Die lässt sich ein Viertel aller Promotionsstipendien von einem Unternehmen spendieren. Darüber hinaus bietet sie ihren Doktoranden eine Graduiertenakademie an. Promotionsseminare, gute Betreuung - von all dem profitiert auch das Geld gebende Unternehmen Carl Zeiss. Es bekommt wissenschaftliche Erkenntnisse frei Haus und kann sicher sein, dass sein Nachwuchs den oft schwierigen Weg zum Titel tatsächlich schafft. Ohne wissenschaftliche Fehlleistung.
Der Doktortitel gilt in Deutschland als Türöffner für Führungspositionen, verleiht Prestige, verschafft ein höheres Gehalt. In den Ingenieurswissenschaften gilt eine Promotion für 40 Prozent der Unternehmen als Einstellungskriterium. Für die meisten Chemiker ist eine Promotion selbstverständlich. Konzerne wie
Siemens ,
BASF oder
Bayer sind entsprechend engagiert, fördern Promotionen mit Drittmitteln oder schaffen Stellen im eigenen Hause.
Karl-Theodor zu Guttenberg
Auch Unternehmensberatungen unterstützen massiv Promotionen unter ihren Mitarbeitern. Abseits dieser Branchen aber sieht es düster aus: Vielerorts gilt der Titel zwar als Plus - gefördert wird das Promovieren allerdings kaum. Doktoranden klagen über mangelhafte Betreuung und miese Bezahlung. Und noch immer arbeiten zu viele im stillen Kämmerlein vor sich hin. Die Causa Guttenberg hat gezeigt, welche Auswirkungen das haben kann: Wenn einer schlampt und keiner es merkt, liegt der Fehler im System. Denn anders als etwa in den USA gibt es in Deutschland keine verlässlichen Strukturen für die Promotion.
Die Hochschulen haben das Problem mittlerweile begriffen. Doch die finanziellen Mittel gelten vielerorts als begrenzt. Immerhin wird seit einigen Jahren an vielen Unis die Teilnahme an sogenannten Graduiertenschulen angeboten. An der Universität Würzburg etwa besuchen die Geisteswissenschaftler spezielle Kolloquien und Oberseminare, in denen die Promovierenden gemeinsam mit Professoren und Betreuern ihre Themen erörtern.
Zusätzlich werden Schreibworkshops, Moderationstrainings und Veranstaltungen zum Promotionsmanagement angeboten. Jedem Doktoranden stehen drei Betreuer zur Seite. "Solche Maßnahmen strukturieren die Promotion", sagt Thomas Schmid, Geschäftsführer der Würzburger Graduiertenschule für Geisteswissenschaften. "Das ist eine deutliche Entlastung für die Doktoranden."
Teil 2: "Zwei Drittel aller Promotionen werden abgebrochen"
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FTD.de, 18.03.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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