"Lachen ist sozialer Schmierstoff" sagen Experten
Gelotologen, also Lachforscher, betonen immer wieder die kommunikative Funktion des Lachens. " Es ist eine mehrspurige Äußerung wie Musik", schrieb zum Beispiel Munro S. Edmonson in "Notes on Laughter". Ob Gekicher oder brüllendes Gelächter - in jedem Falle führe Lachen zu einer Sensibilisierung der Kommunikation: Lachen als Form der Interaktion.
Ich lache, also gehöre ich dazu
Am wichtigsten sei jedoch, dass Lachen Identität stifte, sagt Lach-Fachfrau Rusch. "Wenn ich über die Witze eines Kollegen lache, dann zeige ich ihm: ‚Ich finde Dich gut, wir sind intellektuell auf einer Ebene. Du gehörst zu meinem Team'. Verdrehe ich dagegen abschätzig die Augen, verdeutliche ich, ohne es auszusprechen: ‚Wir kommunizieren nicht auf Augenhöhe. Dein Humor ist nicht meiner.'"
Humor an sich ist wie ein psychologischer Fingerabdruck, so Rusch. Er gibt Hinweise auf Herkunft, Bildung und soziales Umfeld. Mit jedem Lachen demonstriert man also eine Gruppenzugehörigkeit.
Wenn der Boss Witze reißt
Wobei klar sein dürfte: Über die Witze des Chefs lachen alle, verweist Rusch auf eine Besonderheit. Auch wenn keiner den Gag toll fand, wird sich kaum jemand entziehen. In diesem Falle dient das Lachen der Manifestation einer Hierarchie. "Allerdings klingt das Lachen meist unecht, aufgesetzt. Der gravierende Unterschied ist, ein echtes, herzliches Lachen steckt an. Da muss man quasi mitlachen."