Von der Expertise Älterer können jüngere Team-Mitglieder und ganze Firmen profitieren
Die Initiative Erfahrung Deutschland, die Führungskräften im Ruhestand vermittelt, fasste zuletzt das Votum von mehr als 600 Senior-Experten zusammen: Fast 90 Prozent sind gegen ein staatlich vorgeschriebenes Renteneintrittsalter. Die Ruheständler sind vielmehr der Meinung, jeder Einzelne sollte darüber entscheiden, ob und wie lange er arbeiten möchte. Voraussetzung ist natürlich, dass körperliche und geistige Fitness für den Job ausreichen. Die Experten im Ruhestand unterscheiden dabei natürlich zwischen Menschen, die über Jahrzehnte körperlich arbeiteten und denen, die ihren Körper schonen konnten.
Projekte und Übergangsphasen
Die Befragten sehen die Chance der Ruheständler vor allem darin, als Interimsmanager eingesetzt zu werden. Mehr als 70 Prozent sehen darin ein Zukunftsmodell. Ihrer Meinung nach bieten Senioren, die mit ihrer Erfahrung in unterbesetzten Führungsetagen einspringen, durchaus Vorteile für die Unternehmen. Laut dem Netzwerk Erfahrung Deutschland sehen das auch die Auftraggeber so - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Dennoch musste etwa ein Drittel der ehemaligen Führungskräfte bei seinem Wieder-Einsatz in der Wirtschaft zunächst Zweifel bei den Mitarbeitern überwinden. Viele Jüngere trauen den Erfahrenen nicht mehr zu, genügend Technikwissen parat zu haben. Letztlich sei die wertvolle Hilfe durch die Senior-Experten aber von allen Seiten gewürdigt worden, so die Ergebnisse der Umfrage.