Laut der Untersuchung sortieren deutsche Arbeitgeber Lebensläufe vor allem dann aus, wenn sie größere Textelemente aus der Stellenanzeige eins zu eins enthalten, ebenso wenn überlange Textblöcke das Lesen erschweren. Das gaben allein 43 Prozent der befragten Personalverantwortlichen an. Jeder Vierte verabscheut Lebensläufe, die drei Seiten oder mehr umfassen. Das gleiche gilt für Lebensläufe ohne Anschreiben. Jeder Sechste kann mit Bewerbungen nichts anfangen, die nicht auf Job und Unternehmen angepasst wurden. Und jeder Zehnte sortiert Bewerber mit einer unprofessionellen E-Mail-Adresse aus.
Reime, Forderungen, Extravaganzen
Besonders ungewöhnliche Lebensläufe haben demnach ebenfalls schlechte Chancen, Beachtung zu finden. CareerBuilder.de trug ein Sammelsurium an Kuriositäten innerhalb der Studie zusammen. So war ein Lebenslauf in Reimen geschrieben. Ein anderes Anschreiben enthielt nur einen Namen, eine Telefonnummer und den Satz "Ich will einen Job". Ein weiterer Lebenslauf listete unter Hobbys "Löwenbändiger" auf.
Gestaunt haben mag auch der Arbeitgeber, der einen Lebenslauf vorfand, der auf einer herausgerissenen Seite eines Lehrbuchs geschrieben war. Nicht weniger irritiert war offenbar ein Chef, der eine Bewerbung vorliegen hatte, deren Bild nicht mit der Person übereinstimmte, die er via Skype gesprochen hatte. Die beiden gehörten unterschiedlichen Ethnien an. Und ebenso erstaunlich: Ein Kandidat machte aus dem Namen eines früheren Arbeitgeber ein Geheimnis.
Auch in den USA scheinen ungewöhnliche Angaben an der Tagesordnung zu sein. Dort nannte ein Kandidat Gott als Referenz, ein anderer bezeichnet sich als direkter Nachfahre der Wikinger. Berichtet wird ebenso von einem Eintrag unter Erfahrungen, der lautete: Meister der Zeit und des Universums. Eher ungeschickt dagegen stellte sich der Bewerber an, der eine E-Mail-Adresse angab, die den Hinweis "liebt Bier" enthielt.
Personaler-Sport: Kandidaten googlen
Wo allerdings Informationen im Lebenslauf fehlen, ziehen Unternehmenslenker und Personalverantwortliche bei der Kandidatenauswahl häufig das Internet hinzu. Ihr Ziel sind Einträge und Präsentationen in sozialen Netzwerken, die die schwachen Auskünfte über den Bewerber vervollständigen sollen. Mehr als jeder Fünfte sucht regelmäßig auch in eher privaten Eintragungen auf StudiVZ oder Facebook.