Auch die ESMT in Berlin hat ihre Programme neu ausgerichtet
"Diese Angebote haben eindeutig zugenommen", sagt Nick Barniville, MBA-Director bei der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Mit Lehrstoff, der die Persönlichkeit weiterbringt, können sich die Business-Schools von ihrer Konkurrenz noch abheben. Denn die Betriebswirtschaftslehre allein bringt keine Punkte mehr. BWL ist wie Milch im Supermarktregal - ganz gleich, wo der Kunde hingeht, die Angebote sind überall ähnlich: Kurse in Marketing, Finanzierung und Personal sind die Grundsubstanz jedes MBA-Studiums.
Großes Augenmerk auf Persönlichkeit
Auch am Arbeitsmarkt gewinnt das Thema an Bedeutung: "Persönlichkeit wird im Wettlauf um die Positionen an der Spitze immer wichtiger", sagt Bettina Sturm, Inhaberin der Karriereberatung Dein Copilot. Beste Fachkenntnisse werden in den Top-Jobs stillschweigend vorausgesetzt - aber wer in turbulenten Zeiten führen will, muss mehr bieten. "Seine Wirkung auf Mitarbeiter und Kollegen einschätzen, zielorientiert kommunizieren, beherzt entscheiden und gut delegieren können - solche Fähigkeiten sind für obere Führungspositionen wichtig", erklärt Edmund Mastiaux vom Zentrum für Management und Personalberatung (ZfM).
Deshalb setzt der Executive MBA der Universität St. Gallen beispielsweise auf das Soft-Skill-Plus - neben den am Markt gängigen und austauschbaren Leistungsversprechen wie Exzellenz oder World Class Faculty wird die Entwicklung der Persönlichkeit sogar besonders herausgestellt. "Damit unterstützen wir unsere Teilnehmer auf dem Weg zur Führungsposition", sagt Markus Seitz, Managing Director des Executive MBA. "Die Lehrinhalte sind nur eine Hälfte des Nutzens, die andere Hälfte ist die persönliche Entwicklung." Um dieses Versprechen einzulösen, gibt es einige Angebote jenseits des üblichen BWL-Programms. Sie reichen von Karriereberatung über Stress- und Gesundheitschecks bis hin zu Sport und Einzelcoachings.
Auch mentale und physische Fitness trainieren