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Merken   Drucken   19.03.2010, 07:00 Schriftgröße: AAA

Manager-Weiterbildung: Neues von den Schulen

Das Frühjahr bringt auch die Universitäten und Institute auf Ideen. Sie versuchen, dem Studentenschwund mit neuen Angeboten und zahlreichen Unterstützungsprogrammen zu trotzen. von Sabine Meinert
Oxford: Master in Law and Finance
Die juristische Fakultät der University of Oxford und die Saïd Business School der Universität bringen ein neues Programm auf den Weg - den Master in Law and Finance. Der neue Studiengang startet im Oktober 2010 und dauert neun Monate. Er soll den Studierenden die Möglichkeit geben, sich interdisziplinär weiterzubilden, Finanztransaktionen besser zu durchschauen und wirtschaftliche wie auch gesetzliche Zusammenhänge zu erkennen. Während des Studiums sollen vor allem auch Case Studies genutzt werden, die gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft entwickelt wurden. Zulassungsvoraussetzung ist ein Hochschulabschluss in Jura. Die Teilnehmerzahl soll 30 betragen.
Das Logo der Oxford Said Business School   Das Logo der Oxford Said Business School
Professor Tim Jenkinson von der Saïd Business School: "Die Finanzkrise hat gezeigt, dass quer durch alle Organisationen und Institutionen Wissen über Finanzprodukte, ihre Risiken und ein Verständnis für Entscheidungen darüber gefragt ist. Wer Fähigkeiten im rechtlichen Bereich mit Finanzwissen kombinieren kann, steigert seinen Wert und ist für die Arbeit in Unternehmen, Expertengremien und Verwaltungen deutlich besser vorbereitet." Der Studiengang soll sowohl Wissen über die rechtliche Infrastruktur als auch über die Makro-Strukturen des Finanzmarktes vermitteln, wünscht sich Oxford-Professor John Armour, der Akademische Direktor des Programms.
Links: http://www.law.ox.ac.uk/mlf , http://www.sbs.ox.ac.uk/
Auf der Suche nach neuen Finanzierungsmodellen hat die Rotterdam School of Management an der Erasmus University eine Jahresspende eingeführt. Absolventen und Freunde der Schule sollen so die Möglichkeit erhalten, ihre Schule finanziell zu unterstützen. Vorbild ist die amerikanische Tradition des "giving back".
Dabei konnten die Geldgeber entscheiden, wofür ihre Spende verwendet werden sollte, zum Beispiel für Stipendien oder Forschungsprojekte. Zehn Prozent fließen zudem in Alumni-Aktivitäten, weitere zehn Prozent sind für wohltätige Zwecke vorgesehen.
Die Rotterdam School of Management hofft auch weiterhin auf große Spendenbereitschaft, denn Ende 2010 möchte die Schule fünf MBA-Stipendien in Höhe von 10.000 Euro ausschreiben. Weitere fünf Stipendien sollen in gleicher Höhe an MSc-Studenten gehen, außerdem sind 25.000 Euro für Forschungsprojekte im Plan.
"RSM ist eine Gemeinschaft aus internationalen Studenten, Professoren, Wissenschaftlern, Alumni, Unternehmern und Mitarbeitern mit einem gemeinsamen Ziel: Mit Hilfe von Business Education einen positiven Einfluss auf die Welt zu nehmen. Die Spendengelder werden dafür sorgen, dass die talentiertesten, viel versprechendsten und kreativsten jungen Führungskräfte durch unser Stipendienprogramm an der RSM studieren können", hofft Dekan George Yip.
Link: www.rsm.nl/annualfund
Das Netzwerk der CEMS-Wirtschaftsschulen hat zwei neue Mitglieder: Die Koç University Graduate School of Business in der Türkei sowie die Richard Ivey School of Business an der University of Western Ontario in Kanada. Sie werden als neue Vollmitglieder der CEMS ab August 2010 den CEMS Master's in Management in ihr Lehrprogramm aufnehmen.
Die CEMS Global Alliance wurde 1988 gegründet und ist eine strategische Allianz aus 27 Mitglieder-Hochschulen aus 4 Kontinenten und über 50 Unternehmen. Sie vergeben den CEMS Master in International Management (CEMS MIM), der das Studium mit praktischer Berufserfahrung für mehrsprachige, multikulturelle Postgraduierte verbinden will.
Die Richard Ivey School of Business an der University of Western ...   Die Richard Ivey School of Business an der University of Western Ontario (Kanada)
Die CEMS-Schulen planen zudem, neben Wirtschaftsschulen und Unternehmen, baldmöglichst so genannte "Social Partners" in ihr Netzwerk zu integrieren. Damit soll der Ethik ein strategischer Platz eingeräumt werden, was sich vor allem innerhalb des Lehrprogramms für den Master in International Management (MIM) widerspiegeln wird.
Die PhD-School der Universität Bocconi in Mailand startet ein vierjähriges Promotions-Programm (PhD) für den Fachbereich Wirtschaft und Finanzen. Sie wendet sich damit an hochqualifizierte Studenten, die Forschungsmethoden auf höchstem Niveau erlernen wollen. Die Doktoranden werden während ihrer Promotion von Mentoren unterstützt und erhalten ein monatliches Gehalt. Das Programm ist interdisziplinär strukturiert und bietet eine große Auswahl an Spezialisierungen und Fachrichtungen.
Die Universität Luigi Bocconi in Mailand   Die Universität Luigi Bocconi in Mailand
Internationale Austauschprogramme werden für die Doktoranden innerhalb der European Doctoral Group in Economics (www.edge-page.net) organisiert. Das dritte und vierte Studienjahr sind vorrangig der Forschung gewidmet. Das PhD-Programm soll auf eine internationale akademische Laufbahn vorbereiten. Weitere Karrieremöglichkeiten bieten Zentralbanken, Regierungen und internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds, die OECD, die Vereinten Nationen, die Weltbank oder die Welthandelsorganisation.
Link: www.unibocconi.eu/phds
Studierende in der Essec   Studierende in der Essec
Die Essec Business School in Paris und das King's College London haben im Januar den Start eines Double-Degree-Programms beschlossen. Es betrifft den Advanced Master in International Business Law and Management der Essec sowie den Master of Law der Londoner und dauert zwei Jahre.
Die Studierenden können innerhalb des Programms ergänzende Studienfelder und Spezial-Kurse wählen, außerdem Studienangebote in Business-Administration und internationalem Recht. Gemeinsame Seminare der Studierenden beider Schulen, einjährige Studienaufenthalte sowie ein Dozentenaustausch sollen die Verflechtung voranbringen. Teilnehmer könne zudem ihr Sprachwissen erweitern und erhalten einen Erlass von 10 Prozent auf die Studiengebühren.
Link: www.essec.edu
Der Paris Executive Campus will gemeinsam mit dem Pariser Media Institute im Mai dieses Jahres den Media & Communications Executive MBA starten. Das Programm in englischer Sprache ist auf 18 Monate angelegt und soll auf eine Karriere in der Medienbranche vorbereiten. Vorraussetzung für eine Teilnahme sind mindestens sieben Jahre Berufserfahrung sowie ein Hochschulabschluss.
Der Unterricht findet an 3 Tagen pro Monat (Donnerstag, Freitag und Samstag) statt. Nach den Grundlagen in Finanzen, Personalwesen und Marketing wird ab dem zweiten Semester der Blick auf die spezifische Problematik der Medienbranche geschärft. Für das letzte Semester ist ein Einblick in neue Themenfelder wie "nachhaltige Entwicklung" oder "Innovation" vorgesehen.
Die Teilnehmer nehmen an drei Seminaren im Ausland teil: An der University of California, der London School of Economics und der Freien Universität von Brüssel. Auf dem Programm steht außerdem ein Besuch des Silicon Valley mit Besichtigungen von Unternehmen wie Microsoft und Yahoo. Die Kosten des EMBA belaufen sich auf 34.000 Euro.
Der Paris Executive Campus ist die gemeinsame Dependance für die Weiterbildung von Führungskräften der französischen Wirtschaftshochschulen Rouen Business School und Reims Management School.
Link: www.media-institute.com/mba/plaquette.pdf
Die ESCP Europa offeriert ab Herbst zusätzliche Angebote für den "Master in Management" und für den "Master in European Business". Gleich drei neue Studienverläufe stehen beim konsekutiven zweijährigen "Master in Management" zur Verfügung. Wer die Kombination London-Paris-Berlin wählt, kann bis zu drei Abschlüsse erhalten - den deutschen Master of Science (M.Sc.), den britischen Master of Science (MSc) und das französische Diplôme de Grande Ecole.
In der Kombination Madrid-Paris-Berlin erhalten die Absolventen den deutschen und französischen Abschluss. Der Studienverlauf London-Madrid-Paris eröffnet die Möglichkeit, das Studium mit einem britischen und einem französischen Abschluss zu beenden.
Die Teilnehmer eines Seminars arbeiten ander ESCP in Berlin   Die Teilnehmer eines Seminars arbeiten ander ESCP in Berlin
Analog dazu wird erstmals je nach Wahl der Studienorte auch beim 1,5-jährigen "Master in European Business, einem Master für Nicht-BWLer, ein Dreifachabschluss möglich. Nach einem Semester am Tec de Monterrey in Mexiko (mit Master of International Business) ist es zum Beispiel möglich, in Berlin noch den Master of European Business und den M.Sc. zu absolvieren.
Wer statt der mexikanischen Partnerschule die indische Partneruniversität in Gurgaon wählt, erhält zu den deutschen Zertifikaten den PGPIM-Abschluss (Postgraduate Programme in International Management) des Management Development Institute (MDI).
Link: www.escpeurope.de
  • FTD.de, 19.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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