FTD.de » Management + Karriere » Karriere » Deutsche verzweifelt gesucht

Merken   Drucken   04.03.2009, 07:00 Schriftgröße: AAA

MBA: Deutsche verzweifelt gesucht

Nicht einmal ein Extra-Stipendium hilft: Internationale Eliteschulen tun sich schwer damit, deutsche Studenten zu gewinnen. Diese setzen eher auf einen Doktortitel, oder sie entscheiden sich für eine heimische Universität. von Bärbel Schwertfeger
Wir hätten wirklich gern mehr deutsche Studenten", sagt David Simpson, Marketing-Direktor der London Business School (LBS). "Auch die Unternehmen, die unsere Absolventen rekrutieren, fragen oft nach mehr Deutschen."
Sogar ein Extra-Stipendium für deutsche Teilnehmer bietet die Schule an, die im diesjährigen FT-Ranking auf Platz eins weltweit landete. Dennoch sind unter den 320 MBA-Studenten stets nur fünf bis zehn Deutsche. Tendenz stagnierend. "Der deutsche Markt tickt einfach anders", sagt Simpson. Da sei oftmals noch immer der Doktortitel beliebter als der MBA.
Wie der LBS geht es vielen Schulen in Europa und den USA. Eine Umfrage von The MBA Tour, einem Veranstalter von weltweiten MBA-Messen, sollte daher Aufschluss über die Erwartungen und Befürchtungen der Deutschen bringen. Beteiligt haben sich 298 MBA-Interessenten, Studenten und Alumni.
Deutliche Differenzen
Dabei wurde vor allem untersucht, wie sich die Interessenten für ein MBA-Studium in Deutschland oder im Ausland unterscheiden. Das Ergebnis zeigt deutliche Differenzen. Das beginnt bereits mit den Berufsgruppen der Interessenten.
So setzen vor allem Ingenieure auf ein MBA-Studium in Deutschland. 18 Prozent wollen im Heimatland bleiben, nur sechs Prozent im Ausland studieren. Auch Interessenten aus dem Verkaufsbereich, der Technologieentwicklung, der öffentlichen Verwaltung und dem Personalmanagement bleiben lieber zu Hause.
Anders sieht es dagegen bei Projektmanagern oder Einkaufsexperten aus. Sie favorisieren ein Studium im Ausland. Auch eine gute strategische Ausbildung trauen die Befragten offenbar keinem deutschen Programm zu.
Besonderheiten des deutschen MBA-Marktes
Deutsche MBA-Programme sind dabei vor allem für Absolventen von Fachhochschulen attraktiv. 51 Prozent der befragten MBA-Interessenten und Studenten haben ein FH-Diplom. Bei den international orientierten sind es nur halb so viele. Umgekehrt ist es bei Diplom-Absolventen.
Hier sind ausländische Angebote deutlich attraktiver als deutsche. Auch Bachelor-Absolventen zieht es wesentlich häufiger ins Ausland. Während 21 Prozent einen MBA-Abschluss außerhalb von Deutschland anstreben, wollen nur neun Prozent ihren MBA hierzulande erwerben.
Das Ergebnis spiegelt die Besonderheiten des deutschen MBA-Marktes wider. So werden die meisten der rund 250 MBA-Studiengänge hierzulande an den Fachhochschulen angeboten. Mehr als 70 Prozent sind dabei spezialisierte Programme mit Fokus auf eine bestimmte Branche (wie Gesundheit oder Immobilien) oder Tätigkeit (wie Projektmanagement oder Controlling). Oft stecken dahinter Programme, die einem Master of Science entsprechen, sich aber als MBA besser verkaufen lassen.

Teil 2: Qualifikation statt Karrierewechsel

  • FTD.de, 04.03.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote