Studenten an der Wharton School können bisher kein einjähriges MBA-Programm wählen
"Nicht in Stein gemeißelt"
Andere sind da nicht so überzeugt. Als Robert Sullivan als Dozent zur neu gegründeten Rady School of Management der Universität von Kalifornien in San Diego kam, hoffte er, ein einjähriges Programm einrichten zu können. Seine Bemühungen wurden aber vom Universitätssystem im Keim erstickt. "Niemand hat je gesagt, jeder brauche zwei Jahre, um eine Führungskraft zu werden. Das ist nicht in Stein gemeißelt", so Sullivan. Seiner Ansicht hat es einen Grund, warum Business Schools in den USA bei zweijährigen Programmen bleiben: "Verlagert man sich auf einen einjährigen MBA, bringt das das Einnahmenmodell durcheinander."
Nach Ansicht von Sullivan werden schon bald einige der führenden Business Schools in den USA einjährige Vollzeit-MBAs anbieten. Tatsächlich führen Stanford und MIT Sloan bereits das einjährige Sloan-Programm durch. Derlei Abschlüsse würden sich gut neben dem zweijährigen MBA machen, der zunehmend auf jüngere Studenten abzielt, sagt Sullivan. So hatten in diesem Jahr 47 Prozent der Neuzugänge an der Harvard Business School ihr Grundstudium in den zurückliegenden drei Jahren abgeschlossen. Dagegen liegt das Durchschnittsalter der Studenten am Insead bei 29 Jahren.
Kein Beleg für Vorlieben der Personalchefs
Für Sullivan liegt das Argument für einen Abschluss nach einem Jahr auf der Hand: die Kosten. Manager können ein gutes einjähriges Programm für nicht viel mehr als 100.000 $ durchziehen - Studiengebühren, Unterkunft, Lebenshaltungskosten und entgangenes Gehalt inbegriffen. Ein zweijähriges Programm kostet fast doppelt so viel.