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Merken   Drucken   01.10.2009, 11:00 Schriftgröße: AAA

MBA-Entwicklung: Ein kürzeres, billigeres Modell

Das Insead macht's vor, die anderen machen's nach. In Europa und Asien gewinnen einjährige MBA-Programme an Business-Schulen heutzutage an Bedeutung und Qualität. von Della Bradshaw und Michael Jacobs, London
2004 waren in den Top 50 der globalen Rankings der Financial Times gerade einmal sechs einjährige MBA-Programme vertreten. 2009 ist ihre Anzahl auf 15 angewachsen, und das Insead bietet mit einem zehneinhalb Monate dauernden Programm immer noch das kürzeste an. Während des selben Zeitraumes fiel die Zahl der zweijährigen Programme in den Top 50 von zwei Drittel (33 Schulen) auf weniger als die Hälfte (23 Institute).
Während einjährige Programme in Europa ein absolutes Muss sind, übernehmen Business Schools in den USA das Modell nur zögerlich. Der Grund hierfür sei, dass eine geringe Nachfrage nach kürzeren Programmen bestehe, sagt Tom Robertson, Dekan der Wharton School an der Universität von Pennsylvania. "Die USA sind ein Markt für zweijährige Programme", sagt er. "Nähmen wir Anzeichen dafür wahr, dass sich der Markt von den zweijährigen Programmen wegbewegt, wären wir die Ersten, die darauf reagieren."
Studenten an der Wharton School können bisher kein einjähriges ...   Studenten an der Wharton School können bisher kein einjähriges MBA-Programm wählen
"Nicht in Stein gemeißelt"
Andere sind da nicht so überzeugt. Als Robert Sullivan als Dozent zur neu gegründeten Rady School of Management der Universität von Kalifornien in San Diego kam, hoffte er, ein einjähriges Programm einrichten zu können. Seine Bemühungen wurden aber vom Universitätssystem im Keim erstickt. "Niemand hat je gesagt, jeder brauche zwei Jahre, um eine Führungskraft zu werden. Das ist nicht in Stein gemeißelt", so Sullivan. Seiner Ansicht hat es einen Grund, warum Business Schools in den USA bei zweijährigen Programmen bleiben: "Verlagert man sich auf einen einjährigen MBA, bringt das das Einnahmenmodell durcheinander."
Nach Ansicht von Sullivan werden schon bald einige der führenden Business Schools in den USA einjährige Vollzeit-MBAs anbieten. Tatsächlich führen Stanford und MIT Sloan bereits das einjährige Sloan-Programm durch. Derlei Abschlüsse würden sich gut neben dem zweijährigen MBA machen, der zunehmend auf jüngere Studenten abzielt, sagt Sullivan. So hatten in diesem Jahr 47 Prozent der Neuzugänge an der Harvard Business School ihr Grundstudium in den zurückliegenden drei Jahren abgeschlossen. Dagegen liegt das Durchschnittsalter der Studenten am Insead bei 29 Jahren.
Kein Beleg für Vorlieben der Personalchefs
Für Sullivan liegt das Argument für einen Abschluss nach einem Jahr auf der Hand: die Kosten. Manager können ein gutes einjähriges Programm für nicht viel mehr als 100.000 $ durchziehen - Studiengebühren, Unterkunft, Lebenshaltungskosten und entgangenes Gehalt inbegriffen. Ein zweijähriges Programm kostet fast doppelt so viel.
Darauf achten Unternehmen bei der Auswahl der Business-Schulen   Darauf achten Unternehmen bei der Auswahl der Business-Schulen
Hinzu kommt, dass es kaum Belege dafür gibt, dass Personalchefs Manager mit einem zweijährigen MBA bevorzugen, sagt Sunil Chopra, Interimsdekan an der Kellogg School of Management an der Northwestern University. Tatsächlich gälten Studenten, die sich für ein einjähriges Programm entscheiden, als "Karrierebeschleuniger" im Gegensatz zu "Karrierewechslern", sagt Chopra. Karrierebeschleuniger seien fokussierter und zeigten für Personalchefs auf ihrem Gebiet mehr Erfahrung. Dies sei vor allem auf einem schwierigen Arbeitsmarkt ein attraktiver Aspekt, so Chopra.
An der Thunderbird School of Global Management in Arizona, die neben dem traditionelleren Model ein einjähriges Programm anbietet, sieht man das ähnlich. "Sie erhalten genau denselben Abschluss. Arbeitgeber machen keinen Unterschied zwischen den beiden", sagt Kay Keck, die an der Business School die Vollzeitprogramme verantwortet.
Aus der Financial Times, London. www.ft.com
  • FTD.de, 01.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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