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20.04.2010, 06:00
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MBA-Kurse:
"Grüne" Seminare sind noch nicht der Renner
Dass Investitionen auch nach ihrer Rendite für die Gesellschaft oder die Umwelt beurteilt werden können, lernen Studenten neuerdings an der Ross School of Business der Universität Michigan.
von Sarah Murray, London
Noch gibt es allerdings wenige Business Schools, die so eine Finanzausbildung anbieten. Dabei wächst die Zahl der Fonds mit grüner, sozialer oder ethischer Ausrichtung ebenso wie das Interesse an Mikrofinanzierung und Investitionen in saubere Technologien.
In dem Kurs der Ross School lernen die Studenten, wie man Energieeffizienzprojekte, Venture-Capital-Projekte im Cleantech-Sektor und Mikrofinanzprojekte strukturiert und bewertet. In Gruppenarbeit schaffen die Kursteilnehmer Beteiligungsfonds oder Fremdkapitalinstrumente, die sowohl ins Portfolio eines institutionellen Investors passen als auch Gewinne für Gesellschaft und Umwelt abwerfen.
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An dem siebenwöchigen Programm können neben MBA-Studenten auch Studierende anderer Fachbereiche teilnehmen. Organisiert wird der Kurs vom Erb Institute for Global Sustainable Enterprise, einem Joint Venture zwischen der Ross School of Business und der School of Natural Resources and Environment.
Großes Thema: Nachhaltigkeit
In den vergangenen Jahren haben es noch ein paar ähnliche Programme auf MBA-Lehrpläne geschafft. Das Babson College bei Boston bietet das Wahlfach "Finanzierung und Bewertung von Nachhaltigkeit". Die Columbia Business School in New York bietet ebenfalls einen Finanz- und Nachhaltigkeitskurs, der sich um gesellschaftlich verantwortungsvolles Investieren, erneuerbare Energien, Mikrofinanzierung und Entwicklungsbanken dreht.
An der Kenan-Flagler Business School der Universität von North Carolina beleuchten Seminare für nachhaltige Anlagestrategien die Frage, wie Manager in ihren Portfolio- und Anlagestrategien Aspekte wie Umweltschutz, Gesellschaft und Corporate Governance berücksichtigen können.
Doch mehr als eine Handvoll solcher Programme gibt es nicht. Zwar bieten viele Schulen allgemeine Kurse zur Verantwortung von Unternehmen und zu sozialem Unternehmertum an, aber nur wenige weiten Nachhaltigkeitsthemen auf Bereiche wie Buchführung oder Finanzwirtschaft aus.
Meist nur Wahlfach
Zum Teil liegt das an einer Forschungslücke. "Es gibt an Business Schools sehr wenige Menschen, die in diesen Bereichen forschen, und die Forschung der Akademiker beeinflusst in der Regel ihren Lehrplan", sagt Rick Bunch, der Chef des Erb Institute.
Die Ross School hat sich deshalb an ehemalige Studierende gewandt, die jetzt in diesem Bereich arbeiten. Dazu gehören unter anderem Jon Koch, Chef der US Renewables Group, Gabriel Thoumi, Projektentwickler bei Forest Carbon Offsets, und Kipp Baratoff von der Equilibrium Capital Group.
Doch selbst wenn Business Schools solche Kurse anbieten, dann sind es eben bisher nur Wahlfächer. In den Kernlehrplan der MBA-Programme schaffen es die wenigsten dieser Themen.
Teil 2: Finanzleute sind weniger an Ökologie und Nachhaltigkeit interessiert.
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