Auch die Fachhochschule Offenburg bietet ein MBA-Programm
Wer diese meist in Vollzeit durchgeführten Programme mit Erfolg absolviert, hat mit dem Zeugnis zugleich einen Vertrauensvorschuss in der Tasche: Vor allem die im Ausland abgelegten MBAs signalisieren neben umfangreichem Fach- und Methodenwissen interkulturelle Kompetenz, wie sie in weltweit tätigen Unternehmen wie Banken und Unternehmensberatungen heute praktisch unverzichtbar ist.
Kostenersparnis: Bis zu zwei Drittel
Wer dagegen einfach seine Karriere sichern oder einen Schritt nach vorn tun will, muss nicht unbedingt an die ganz großen Namen heran. Auch die Fachhochschulen in Deutschland haben mittlerweile zahlreiche akkreditierte MBA-Studiengänge im Programm - meist zu deutlich besseren Konditionen als bei den privaten Instituten oder den großen Universitäten. Während bei Letzteren oft um die 50.000 Euro für den begehrten Abschluss hinzublättern sind, kommt man an den staatlichen Fachhochschulen meist mit 15.000 Euro aus. Für Normalverdiener kann diese Differenz den entscheidenden Unterschied ausmachen. Zumal, wie Detlev Kran von der Akkreditierungsagentur für Bachelor- und Masterstudiengänge (FIBAA) betont, die akkreditierten Programme "eine grundsolide Ausbildung garantieren".
Etwa 60 MBA-Programme an Fachhochschulen sind derzeit akkreditiert worden. Die Anforderungen sind hoch. Denn nur wenn die Inhalte und Verfahren mit den von der European Foundation for Management Development (EFMD) festgelegten MBA-Richtlinien übereinstimmen, gibt es überhaupt eine Chance auf Akkreditierung. "Vor allem muss das Programm mindestens zu zwei Dritteln das General Management abdecken", erklärt Kran die Anforderungen. "Mehr als 25 Prozent Inhalte in einer Vertiefungsrichtung wie etwa Gesundheitsmanagement geht nicht mehr als MBA durch. Das können wunderbare Studiengänge sein, die müssen dann aber unter einem anderen Namen laufen." Wenn etwa das MBA-Programm keine Volkswirtschaftslehre oder kein Human Resources Management enthält, kann es sich nicht MBA nennen.
International ausgerichtetes, volles Programm
Sämtliche akkreditierten FH-Programme decken den generalistischen Ansatz vollständig ab. Auch der internationale Anspruch - mindestens 25 Prozent des Unterrichts in einer Fremdsprache, inhaltliche Ausrichtung auf internationale Anforderungen - ist gegeben. Und sie kommen den Bedürfnissen der speziellen Zielgruppe, die sie ansprechen wollen, deutlich näher als aufwändige Vollzeitprogramme: Fachhochschulen bieten meist Teilzeit-MBA-Studiengänge an, die abends und an den Wochenenden bewältigt werden können und damit neben dem Beruf.
Zwei Drittel aller MBA-Studierenden wollen nach Krans Auskunft beides verbinden. Sie suchen eine Schule, die nicht weiter als 100 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt ist, damit Studium, Arbeit, Haus und Familie unter einen Hut gebracht werden können. Eine regionale Fachhochschule bietet dafür beste Voraussetzungen. "Inhaltlich gibt es auf Grund der standardisierten Anforderungen kaum Unterschiede zwischen den staatlichen und privaten Programmen", sagt Kran. "In vielen Fällen wird etwa nach dem Marketingbuch von Philip Kotler gelehrt. Der einzige Unterschied zwischen einer Fachhochschule und einer privaten Top-Schule kann darin bestehen, dass Kotler in der Eliteschule möglicherweise selbst in einem Seminar auftritt, an der FH dagegen Marketingexperten der Hochschule und aus Unternehmen lehren."
Unterschiedlicher Fokus, branchenspezifische Abschlüsse
Im Detail gibt es natürlich Unterschiede. So studieren an der FHT Esslingen zu einem Großteil Ausländer, vor allem aus Europa, Asien und Amerika. Wer also ein internationales Netzwerk knüpfen will, ist hier besonders gut aufgehoben - allerdings wird der Lehrgang nur in Vollzeit angeboten. An der FH Reutlingen ist auch ein Teilzeitstudium möglich. Der Lehrgang will vor allem Absolventen der Fachrichtungen ansprechen, die bisher keine ökonomische Ausbildung durchlaufen haben. Berufstätige mit technischem, naturwissenschaftlichem oder geisteswissenschaftlichem Erststudium erarbeiten sich durch das Aufbaustudium eine Doppelqualifikation, die ihre Karrierechancen im Unternehmen erhöht.
Weitere Angebote - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - sind außerdem die der FH Offenburg, der Hochschule Pforzheim und der FHW Berlin. Beispiel Berlin: Die FHW gehört zu den MBA-Pionieren und bietet seit 1992 Teil- und Vollzeitprogramme an - damals noch von einer britischen Partnerhochschule unterstützt. Interessenten können heute zwischen fünf verschiedenen branchenspezifischen Abschlüssen wählen. Über die Qualitätsprofile und die Qualität der MBA-Programme der Fachhochschulen können sich Interessenten bei der FIBAA oder dem Akkreditierungsrat informieren.
Akkreditierung von MBA-Angeboten
EFMD Die European Foundation for Management Development hat das Akkreditierungssystem EQUIS eingeführt. Ziel ist ein einheitlicher Standard für europäische Business-Schulen.
FIBAA Das Siegel der Foundation for International Business Administration Accreditation erlaubt den MBA-Absolventen, ihre anderswo erworbenen Titel in Deutschland zu führen.
AACSB Die US-Akkreditierungseinrichtung legt internationale Qualitätsmaßstäbe fest.
AMBA Die Association of MBAs ist die britische Akkreditierungsinstitution.