Just als Stefan Traber im September sein MBA-Studium an der Mannheim Business School begann, stürzte die gesamte Weltwirtschaft in die Krise. Trotz der derzeit eher angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt bereut Traber nicht, dass er seinen Posten bei Alcatel-Lucent aufgegeben hat, um noch einmal die Schulbank zu drücken. Gerade jetzt sei es wichtig, sich vernünftig weiterzubilden. "Eigentlich ist der Zeitpunkt sogar passend", sagt er.
Wie Traber denken derzeit viele. Vor allem die führenden Business-Schulen verzeichnen einen regen Zulauf. "Wir haben mehr Bewerber als je zuvor in unserer über 50-jährigen Geschichte", sagt Jake Cohen, Dekan des MBA-Programms am Insead in Fontainebleau bei Paris. Die Zahl der MBA-Aspiranten sei im Vergleich zu 2008 um insgesamt 25 Prozent gestiegen.
Vor allem Amerikaner zieht es nach Fontainebleau. Sie stellen 9,7 Prozent der 960 Studenten und liegen damit noch vor den Indern. "Die Amerikaner erkennen langsam, dass sie eine wirklich globale Schule brauchen", erklärt Cohen. Nun könnten europäische Schulen zeigen, was sie leisten.
Auch in London spürt man das wachsende Interesse der US-Amerikaner. "Die Erkenntnis, dass ein Manager heute internationale Erfahrungen braucht, war in den USA bisher nicht so verbreitet", sagt David Simpson, Direktor für Marketing an der London Business School (LBS). Er geht davon aus, dass die Zahl der US-Bewerber noch weiter steigen wird.