FTD.de » Management + Karriere » Karriere » Der wachsende Reiz des Gesundheitswesens

Merken   Drucken   07.03.2011, 12:00 Schriftgröße: AAA

MBA-Spezialisierungen: Der wachsende Reiz des Gesundheitswesens

Noch vor ein paar Jahren zog es nur wenige MBA-Absolventen in dieses Segment. Doch in den USA und Großbritannien stehen Gesundheitsreformen auf der Tagesordnung. Nun zeigen Studierende an Business Schools zunehmend Interesse an der Branche.
Der Arbeitsmarkt bleibt unsicher, und Sektoren wie das Finanzwesen sind immer noch dabei, sich von der Kreditkrise und der Rezession zu erholen. Nach Angaben von Berufsberatern ist das Gesundheitswesen eine Wachstumsbranche, die MBA-Absolventen Gelegenheit bietet, komplexe Probleme zu lösen, für das öffentliche Wohl zu arbeiten und dabei ein beträchtliches Gehalt einzustreichen.
Das Gesundheitswesen reizt immer mehr Manager   Das Gesundheitswesen reizt immer mehr Manager
In vielen Ländern der Welt befassen sich Politiker mit den Problemen steigender Kosten im Gesundheitswesen und einer alternden Bevölkerung. Ziel der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obamas ist es, Millionen nicht versicherten Amerikanern eine Krankenversicherung zu bieten und gleichzeitig die Kosten zu senken. In Großbritannien wiederum will Premierminister David Cameron den staatlichen Gesundheitsdienst NHS umfassend verändern.
"Die Gesundheitsreform ist einer der Katalysatoren, doch das MBA-Interesse hat schon davor begonnen", sagt George Telthorst, Direktor des Center for the Business of Life Sciences an der Kelley School of Business. "Gesundheitswesen ist ein gesellschaftliches Gut. Und ich glaube, viele junge MBA-Studierende erkennen, dass sie Gutes tun, aber auch eine stabilere berufliche Laufbahn haben können."
Talente-Scouts aus der Gesundheitsbranche
Pharmakonzerne, Berater im Gesundheitswesen und Versicherungsunternehmen haben inzwischen die Rekrutierungsarbeit an Business Schools intensiviert. Einer vom MBA Career Services Council durchgeführten Umfrage zufolge hat das Anwerben von Mitarbeitern durch Pharma-, Biotech- und Healthcare-Unternehmen um fast 40 Prozent zugenommen.
Zwar sind die Zahlen immer noch relativ gering, doch Karriereberater rechnen mit einem starken Wachstum. Zum Beispiel traten im vergangenen Jahr 33 der 426 MBA-Absolventen der Fuqua School of Business einen Posten im Gesundheitswesen an im Vergleich zu einer Handvoll vor fünf Jahren. Und von der Kelley School of Business sicherten sich 17 MBA-Absolventen 2010 eine Stelle in der Branche im Vergleich zu sechs MBA-Absolventen im Jahr 2008.
Im Trend: Stärkerer wirtschaftlicher Fokus
Da Unternehmen im Gesundheitswesen "feststellen, dass sie eine stärker wirtschaftlich ausgerichtete Herangehensweise an das eigene Wachstum benötigen", dürften die Zahlen weiter steigen, sagt Peter Giulioni, geschäftsführender Direktor der MBA Career Services an der Marshall School of Business. Das Wachstum wird auch durch die Studierenden selbst herbeigeführt, sagt er. "Sind das einfach MBA-Studenten, die sagen: 'Ich brauche Arbeit, also gehe ich ins Gesundheitswesen.'? Nein, das glaube ich nicht. Sie erkennen, dass das Gesundheitswesen in den kommenden 25 Jahren eine Boombranche wird", so Giulioni.
Die meisten Stellen für MBA-Absolventen im Gesundheitswesen finden sich in Unternehmensbereichen wie Marketing, Technologie, Strategie und Finanzen. Doch in jüngster Zeit sei hier eine Veränderung zu beobachten, sagt J.J. Cutler, stellvertretender Vizedekan für MBA-Zulassungen an der Wharton School. "Wir beobachten, dass immer mehr Leute in die Bereiche Investitionen, Private Equity oder Wagniskapital im Gesundheitswesen gehen. Wieder andere wollen ein Healthcare-Unternehmen gründen, für ein Krankenhaus arbeiten oder im politischen Bereich tätig werden." Weiter sagt Cutler, die jetzige Generation MBA-Absolventen sei anders. "Für sie ist gesellschaftlicher Wandel viel wichtiger als für frühere Generationen."
Rob Brown, Marketingchef beim US-Pharmakonzern Eli Lilly, sagt, die Rekrutierung von MBA-Absolventen in seinem Unternehmen bleibe stabil. "Gesundheitswesen ist ein Bereich, bei dem Studierenden der Gedanke gefällt. Es ist eine Mischung aus Business und dem ehrlichen Wunsch zu helfen."
Erkannt: Mehr Fachwissen ist nötig
Business Schools mit auf den Bereich Gesundheitswesen zugeschnittenen Programmen verzeichnen in jüngster Zeit einen deutlichen Zuwachs bei den Bewerberzahlen. Kevin Schulman, Professor für Medizin und Betriebswirtschaft an der Fuqua School of Business, führt das darauf zurück, dass die Veränderungen in der Medizin und im Gesundheitswesen Mitarbeiter erforderlich machen, die über Fachwissen in allgemeinem Management verfügen.
"Wollte man früher im Gesundheitswesen erfolgreich sein, benötigte man starke operative Fähigkeiten. Doch um künftig erfolgreich zu sein, benötigt man analytische Fähigkeiten, ein Verständnis für Strategie, und man muss Technologie und alle ihre Anwendungen schnell erfassen können. Es reicht nicht aus, nur ein ausgezeichneter Kliniker zu sein und vorauszusetzen, dass man eine Führungsrolle bekommt", so Schulman.
Aus: The Financial Times, London. www.ft.com
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote