Die Forté Foundation, ein Konsortium aus Unternehmen und Schulen zur Förderung von Frauen in der Wirtschaft, stellte fest, dass viele Frauen zwar über ein weiterführendes Studium nachdenken, dass dabei aber Business-Schulen oft nicht Teil der Überlegung sind. Das liege mit daran, erklären die Rekrutierungs-Experten der Schulen, dass der übliche Weg zum MBA in der Regel vier bis fünf Jahre Berufserfahrung vorschreibt. Dies setzt junge Frauen, die eine Familie planen, zeitlich oft ziemlich unter Druck. Andere weiterführende Abschlüsse wie Jura oder Medizin hingegen verlangen keine Berufserfahrung und daher schreiben sich viele Frauen dort ein. So stellen Frauen 47 Prozent der Studentenschaft an Amerikas Schulen für Juristen und die Hälfte aller Medizinstudenten, wie die Association of American Medical Colleges meldet.
Um Abhilfe zu schaffen, hat Wharton begonnen, direkt an den Universitäten um Interessierte zu werben. Vielversprechende Kandidatinnen bekommen Mentoren zugewiesen, die in Karrierefragen Rat geben können und beim Bewerbungsprozess Hilfestellung leisten. Auch Harvard versucht zunehmend, schon ganz junge Studenten einzufangen. 2007 startete die Harvard Business School ein zeitverzögertes Zulassungsprogramm zum MBA für Studierende, das einen Platz in der Zukunft garantiert - sofern der Uni-Abschluss erfolgreich bestanden wird und dann zwei Jahre Arbeitserfahrung nachgewiesen werden. Dieses Programm mit dem Titel "2+2" zielte gar nicht spezifisch darauf, weibliche Kandidaten anzulocken, hat aber genau das erreicht. Rund die Hälfte der 116 Teilnehmer des diesjährigen Programms sind weiblich. Gegenwärtig stellen Frauen rund 38 Prozent der MBA-Klasse von 2010.
MBA schafft Flexibilität
Gleichzeitig versuchen die Schulen, den Mythos zu zerstören, dass ein MBA nur Leuten nutzt, die einen Job an der Wall Street oder in einer Unternehmensberatung wollen. Sie betonen vielmehr seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Die Zulassungsbüros der Schulen unterstreichen, dass ein MBA für alle Branchen nützliche Hilfsmittel mitgibt, auch für den Non-Profit-Sektor oder das Unternehmertum.