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Merken   Drucken   26.02.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

MBA-Studium: Europa verweist die USA auf die Plätze

Das diesjährige FT-Ranking bestätigt: Die amerikanischen MBA-Schmieden verlieren an Bedeutung. Nur noch elf US-Schulen schafften es unter die Top-25. von Michael Jacobs
Endlich hat sie den Titel ganz für sich. 2009 musste sich die London Business School (LBS) den begehrten Platz an der Sonne noch mit der Wharton School der University of Pennsylvania teilen. Dieses Jahr ist sie alleiniger Spitzenreiter des MBA-Rankings der Financial Times (FT).
Nimmt man die Äußerungen der Ehemaligen aus der MBA-Klasse von 2006 als Maßstab, muss das Programm eine umfassende Lehrerfahrung gewesen sein. "Es hat mein Leben bereichert, von der Bildung bis hin zum Verlauf meiner Karriere, von neuen Freunden bis hin zu neuen Einsichten", sagt ein Ehemaliger. Ein anderer Absolvent meint: "Man lernt nicht nur vom Lehrplan der Schule, sondern von der großen kulturellen Vielfalt der Studentenschaft. "
Was die Forschungsarbeit betrifft, liegt die LBS dieses Jahr auf Platz acht, in der Rubrik "Empfehlungen Ehemaliger" auf Rang fünf. Dafür hat die FT die Ehemaligen der Klassen von 2004, 2005 und 2006 gefragt, von welchen Schulen sie MBA-Absolventen einstellen würden.
LBS überzeugt mit global ausgerichtetem Unterricht
Zu den Spitzenreitern zählt die LBS in Sachen internationale Mobilität - hier schneidet nur IMD besser ab. In diesem Ergebnis spiegelt sich nicht nur die internationale Mischung der Studentenschaft wider, sondern auch der globale Ansatz des Programms. Ein Ehemaliger sagt: "Die LBS ist eine der wenigen Schulen, die wirklich begriffen hat, was eine globalisierte Welt bedeutet. Und sie gehört zu den wenigen, wo man im Unterricht das globale Geschäft wirklich begreift."
Schrittweise hat sich die LBS in den vergangenen zwölf Jahren im FT-Ranking nach oben gekämpft. 1999 lag sie auf Platz acht, im Jahr 2008 kam sie auf den zweiten Rang. Der Aufstieg der LBS steht sinnbildlich für einen allgemeineren Trend - die schwindende Dominanz der US-amerikanischen Schulen.
1999 waren unter den ersten 25 Schulen 20 Einrichtungen aus den USA und neben der LBS noch vier weitere europäische Business-Schulen. 2001 wurde das Ranking auf 100 Schulen erweitert, und erneut dominierten die US-Schulen. Unter den ersten 25 waren 21 amerikanische Business-Schulen.
Die London Business School ist alleiniger Spitzenreiter des ...   Die London Business School ist alleiniger Spitzenreiter des diesjährigen MBA-Rankings der Financial Times
Vergütungsniveau sinkt deutlich
Seit damals ist der Anteil von US-Schulen in der Spitzengruppe kontinuierlich gesunken - auf elf in diesem Jahr. Von den restlichen 14 Schulen unter den Top-25 kommen elf aus Europa und drei aus Asien.
Grund für diese Entwicklung ist, dass sich für viele ein MBA-Studium mittlerweile nicht unbedingt rechnet. Seit 2005 ist die Kapitalrendite beträchtlich gesunken - vor allem in den USA.
Früher war es für MBA-Absolventen normal, das Gehalt drei Jahre nach Abschluss zu verdreifachen. Das galt insbesondere für Absolventen von US-amerikanischen Schulen. 2010 können von den 100 Ehemaligengruppen gerade einmal zwei derartige Gehaltssprünge von mehr als 150 Prozent verzeichnen, und beide sind nicht aus den USA.
Business-Schulen aus 20 Ländern gerankt
Warum hat der MBA so an Effektivität eingebüßt, was Gehaltssteigerungen anbelangt? Das Kaliber der Studenten, die das Studium beginnen, hat sich im vergangenen Jahrzehnt nicht groß verändert. Allerdings verdienen sie heute vor Beginn des Studiums deutlich mehr als früher. Die Gehälter, die drei Jahre nach MBA-Abschluss bezahlt werden, haben hingegen nicht im selben Tempo zugelegt.
Das durchschnittliche Gehalt der Klasse von 2006 liegt sogar mehr oder weniger auf dem Niveau der Klasse von 1999 - ein empfindlicher Rückgang an Kaufkraft. Die Gehaltssprünge wurden also kleiner und betrugen 2009 durchschnittlich nur noch etwas unter 100 Prozent.
Obwohl der Anteil der US-Schulen in den Top 25 gesunken ist, stellen die Business-Schulen aus Amerika immer noch einen großen Teil der 100 Einrichtungen. 56 der am aktuellen FT-Ranking beteiligten Schulen kommen aus den USA. Am zweithäufigsten ist Großbritannien mit 17 Angeboten vertreten. Insgesamt sind im Ranking 20 Länder mit ihren Business-Schulen präsent.
  • FTD.de, 26.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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