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Merken   Drucken   27.08.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

MBA-Trends: Mehr Frauen in die Business-Schulen

Auch Universitäten und Business Schools müssen sich immer öfter mit dem Thema Diversity auseinandersetzen - nicht nur in der Lehre. Derzeit bemühen sich viele, den Frauenanteil bei den Teilnehmern ihrer Programme zu stärken. von Sabine Meinert 
Die Frauenquote an vielen Business-Schulen liegt seit Jahren im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent. Doch der lauter werdende Ruf nach mehr Frauen in den Chefetagen stellt sie vor die Aufgabe, mehr weibliche Führungskräfte für ihre Angebote zu interessieren und auszubilden. Die Schulen richten deshalb einzelne Kurse ebenso wie die Zielrichtung der MBA-Ausbildung stärker auf Frauen aus.
Das Instituto de Empresa (IE Business School) will mehr Frauen locken   Das Instituto de Empresa (IE Business School) will mehr Frauen locken
So bieten beispielsweise die Cranfield School of Management (England) und die IE Business School (Spanien) einen Kurs "Women in Leadership" an, um Frauen ein MBA-Studium schmackhaft zu machen. An der Foster School of Business heißt es "Women at the Top" - eine Veranstaltungsreihe, in der weibliche Führungskräfte von ihrem Karriereweg erzählen. Die Graduate School of Business an der Stanford University lockt mit einem Kurs "Women in Entrepreneurship". Hier sollen Frauen animiert werden, sich selbständig zu machen. Außerdem spielt das Thema Work-Life-Balance eine große Rolle.
In den USA: besonders wenig Frauen
Im europäisch-amerikanischen Vergleich zeigt sich, dass der Frauenanteil deutlich höher ist als der der amerikanischen, zeigt die jüngste Staufenbiel MBA-Trends-Studie. Demnach meldet die Johnson School at Cornell University den höchsten Frauenanteil bei den US-MBA-Vollzeit- programmen - 39 Prozent. Das Programm mit der niedrigsten europäischen Frauenrate liegt
mit seinen 36 Prozent nur knapp darunter. Dabei handelt es sich um das MBA-Programm der Durham Business School (Großbritannien).
Hierzulande liegt der Frauenanteil unter den MBA-Teilnehmern bei jeder dritten Business School um 60 Prozent. Jede fünfte Schule verzeichnet allerdings noch eine magere Frauenquote von unter einem Drittel. Besonders hoch lag die Zahl weiblicher Teilnehmer an der Uni Potsdam, der Hochschule Merseburg in Kooperation mit der Hochschule Harz, so die Trend-Studie.
Die Staufenbiel MBA-Trends-Studie ermittelte zudem, wo die besten Möglichkeiten für ein MBA-Studium bestehen. In Europa hat laut dem Karrieredienstleister erneut die London Business School die Nase vorn. Im US-Ranking punktet die Wharton School vor der University of Chicago Graduate School of Business und der Kellogg School of Management.

Top 10 der Business Schools in Europa Top 10 der Business Schools in den USA
1. London Business School1. The Wharton School
2. IE Business School 2. University of Chicago Graduate School of Business
3. IMD3. Kellogg School of Managment
4. INSEAD, HEC 4. Stern School of Business
5. School of Managment 5. Haas School of Business
6. Warwick Business School6. Stephen M. Ross School of Business
7. Cranfield School of Management7. The Fuqua School of Business
8. Cass Business School 8. Columbia Business School
9. Rotterdam School of Management9. Johnson School at Cornell University
10. Imperial College Business School10.Stanford Graduate School of Business
Quelle: Staufenbiel MBA-Trends-Studie 2009/2010

Das jährliche MBA-Arbeitgeber-Favoriten-Ranking des Employer-Branding-Spezialisten Universum gibt den Business-Schulen zudem weitere Hinweise, worauf sie in den nächsten Jahren fokussieren sollten. Demnach ist den MBA-Studenten eine internationale Karriere am wichtigsten. Davon profitieren Managementberatungen - sie sind bei MBA-Studenten weiterhin die beliebtesten Arbeitgeber. Auch der Handel und die Modebranche können in der Beliebtheit zulegen.
Langfristige Karriere mit Führungsverantwortung
Den MBA-Studenten ist außerdem wichtig, dass sie eine langfristige Perspektive haben. Darauf können die Business-Schulen die MBA-Teilnehmer mit entsprechenden Qualifikationen vorbereiten. Die Nachwuchskräfte wollen Universum zufolge eine gute Basis für eine zukünftige Karriere schaffen und auf jeden Fall Führungsverantwortung übernehmen. Ihre Gehaltserwartungen sanken dagegen deutlich (von rund 62.000 Euro auf knapp 55.000 Euro). Im Lehrprogramm werden daher Themen wie Leadership, Social Skills und Sustainability zunehmend wichtiger.
Die Staufenbiel MBA-Trends-Studie 2009/2010 wurde vom Staufenbiel Institut erstellt. Der Personalmarketing- und Recruiting-Dienstleister fasst seine Ergebnisse jährlich im Karriere-Handbuch "Das MBA-Studium" zusammen. Weitere Informationen unter: www.mba-master.de
Universum Communications befragte von November 2009 bis April 2010 mehr als 2000 Studierende an 75 MBA-Schools in Europa zu Karriereplänen und Arbeitgebervorlieben. Die Ergebnisse werden jährlich im "European MBA Survey" zusammengefasst. Weitere Informationen unter: www.universumglobal.com
  • FTD.de, 27.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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