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Merken   Drucken   10.09.2009, 06:00 Schriftgröße: AAA

MBA-Zulassung: Bitte Karriere-Plan mitbringen!

Mit Blick auf den angespannten Arbeitsmarkt konzentrieren sich die Zulassungsabteilungen der Business Schools beim Sichten der Bewerber immer mehr auf die Frage, wie attraktiv ein potenzieller Student nach dem Abschluss für künftige Arbeitgeber sein wird. von Barbara Bierach (mba-channel.com) 
Das sind gute Neuigkeiten für Kandidaten mit eindrucksvollem Lebenslauf, einem guten Auftreten in Bewerbungsgesprächen und einem ausgearbeiteten Karriereplan, berichtet das amerikanische Magazin "BusinessWeek".
Da sich die Schulen schon bei der Auswahl der Studenten stärker auf deren Vermittelbarkeit nach dem Erwerb des MBA-Titels konzentrieren, büßen traditionelle akademische Qualifikationen wie hohe Testergebnisse im GMAT an Bedeutung ein. Stattdessen rutschen berufsbezogene Qualifikationen wie Sozialkompetenz, erwiesene Arbeitsleistungen und Beförderungen in den Vordergrund.
Um Kandidaten in diesen Bereichen besser beurteilen zu können, arbeiten die Mitarbeiter aus dem Admission Office immer häufiger mit den Mitarbeitern aus dem Career Service zusammen. Oftmals ist daher in den Bewerbungsgesprächen mit den MBA-Aspiranten auch ein hauseigener Karriere-Experte dabei und bewertet die potenziellen Studenten. Das könnte den Kandidaten Probleme bringen, die in ihren Essays nicht klar machen, wie sie ihre berufliche Zukunft planen. Nachteile könnten sich auch für Branchenwechsler ergeben, die in dem Bereich, in dem sie künftig tätig werden wollen, noch keine Erfahrung mitbringen. Das gleiche gilt für jüngere Studenten, da einige Schulen inzwischen auch größeren Wert auf Berufserfahrung legen.
Rankings im Blick
Die Schulen verändern ihre Zulassungspolitik in Richtung Beschäftigungsfähigkeit aus mehreren Gründen. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Ranglisten. Die Zahl der erfolgreich vermittelten Absolventen und ihr Einstiegsgehalt beeinflusst nämlich die Bewertung der MBA-Programme in vielen Rankings. Letzten Endes ist es jedoch auch im Sinne der Kundenzufriedenheit wichtig, wenn vor allem die Kandidaten zugelassen werden, die nach Studienabschluss auch leicht eine Stelle finden. Die Einschätzung von Karriere-Experten hilft den Schulen daher, die Kandidaten zu identifizieren, die später auch bei den Personalmanagern gefragt sind.
Die Finanzkrise und die gegenwärtige Flaute auf dem Arbeitsmarkt sind dabei nicht unbedingt der Anlass für die Konzentration auf die berufliche Vermittelbarkeit der Kandidaten. Viele starteten ihre Partnerschaft mit den Karriereberatern schon vor rund fünf Jahren, also zu dem Zeitpunkt als der Graduate Management Admission Council (GMAC) - die Institution, die auch den GMAT für MBA-Bewerber überwacht - die ersten Konferenzen zum Thema "Employability" veranstaltete. "In diesen Tagen ist Beschäftigungsfähigkeit besonders wichtig", sagt Susan Motz, Vizepräsidentin bei GMAC. "Aber ich glaube, sie ist in jeder wirtschaftlichen Situation von Bedeutung."
Spezialkenntnisse, zum Beispiel zu Software, sollten künftig auch ...   Spezialkenntnisse, zum Beispiel zu Software, sollten künftig auch in der Bewerbung für ein MBA-Programm erwähnt werden
Zusatzwissen erwähnen
Für MBA-Bewerber ist es wichtig zu verstehen, dass viele Schulen jetzt stärker auf den Rat ihrer Karriere-Experten vertrauen. Aus Sicht der Bewerber mag ihr kritischer Blick die ganze Aufnahmeprozedur noch komplizierter machen, aber der neue Fokus auf die Wünsche der Arbeitgeber kann auch eine Chance sein. Wer also gerade nach einem Studienplatz sucht, sollte sich überlegen, auch Informationen in die Bewerbung zu schreiben, die sonst in einem akademischen Papier nicht viel zu suchen haben. Beispielsweise Kenntnisse in einer bestimmten branchenrelevanten Software - bei den derzeit knappen Weiterbildungsbudgets der Industrie ist es schließlich nützlich, wenn auch ein Einsteiger gleich voll durchstarten kann.
Das Interview sollte wie ein typisches Bewerbungsgespräch geführt werden, sowohl vom Auftreten her als auch im Hinblick auf die Kleidung. Und auch die Referenzschreiben sollten vor allem die Beschäftigungsfähigkeit des MBA-Anwärters herausstellen.
Kritiker: Nur kurzfristige Erfolge anvisiert
Die starke Betonung der beruflichen Einsatzfähigkeit bei der Zulassung, ruft allerdings auch Kritiker auf den Plan. Rich Leimsider, Direktor des Centre for Business Education am Aspen Institute, sieht darin einen generellen Trend bei den Business Schools, sich mehr auf kurzfristige Resultate zu konzentrieren als auf einen übergeordneten Anspruch. "Eine medizinische Fakultät sagt ja auch nicht, es sei ihr höchstes Ziel, dass ihre Absolventen möglichst viel Geld verdienen", sagt Leimsider. "Ich wünschte, wir könnten das auch von den Business Schools behaupten."

Quelle und mehr Informationen unter: www.mba-channel.com
  • www.mba-channel.com, 10.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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