(Angaben gerundet, in Prozent)
Rund 37 Prozent der Studien-Teilnehmer meinen, dass Machtfragen in ihrem Haus vor Sachfragen gestellt werden. Außerdem gelte, wer die eigenen Ziele möglichst schnell und sicher durchsetzen will, müsse mit Charme und besonders freundlichem Benehmen punkten. Die fachliche Qualifikation oder Erfahrung der Mitarbeiter scheint hingegen bei vielen Unternehmen kaum von Bedeutung zu sein. Jeder Fünfte berichtet, dass Mitarbeiter in Entscheidungen des Unternehmens so gut wie nicht eingebunden werden. Für fast jeden Zweiten gipfeln die einzelnen Faktoren des Unternehmensklimas in der Aussage: "In unserem Unternehmen macht vor allem Karriere, wer politisch begabt ist."
Studienautor Jan Lies, Professor für PR- und Kommunikationsmanagement, sieht als einen Grund dafür mangelnde Fehlerkultur: "In solchen Unternehmen etabliert sich eine Kultur des Irgendwie-Durchkommens. Meinungen und klare Konzepte werden wenig honoriert, Kompromissfähigkeit und Anpassungsfähigkeit schon. Deshalb entwickeln sich viele Entscheider zu taktierenden Ja-Sagern. Nur so kommen sie karrieretechnisch halbwegs passabel voran."