Wer angeschlagen ist, sollte besser zuhause bleiben - auch der Produktivität wegen
Für Unternehmer sind auch weitere Studienergebnisse beachtenswert. So fand die amerikanische Cornell Universität bereits 2004 heraus, dass dort, wo Kranke dennoch zur Arbeit gehen, die Produktivitätsverluste deutlich höher sind, als in Abteilungen, wo sich angeschlagene Mitarbeiter krankschreiben lassen. Es gilt also auch, der Angst entgegenzuwirken, dass Mitarbeiter, die einige Tage krankheitsbedingt fehlen, nach ihrer Rückkehr der Arbeitsbelastung nicht mehr Herr werden. Wo Mitarbeiter versuchen, sich im Büro auszukurieren, fallen möglicherweise bald deren Kollegen aus - angesteckt vom Schniefen, Husten oder Grippeviren.
Arbeitnehmer sollten sich zudem vor Augen führen, dass die Lebensarbeitszeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Wie die Kelly-Studie zeigt, planen knapp 60 Prozent der Beschäftigten, erst mit 65 in Rente zu gehen. Vier von zehn Angestellten wollen sogar bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren arbeiten. Und immerhin 57 Prozent der Befragten zieht sogar eine berufliche Tätigkeit im Rentenalter in Erwägung. Fast die Hälfte dieser Gruppe ist zudem der Meinung, dann auch leicht einen Job finden zu können.
Für die Firmen steigen damit die Chancen, qualifizierte Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten und von ihrer Erfahrung zu profitieren. Dafür sollten ein entsprechendes Gesundheits- und Fitnessmanagement sowie Teilzeitmodelle organisiert werden.
Die Umfrageergebnisse stammen aus der Befragung von 115.000 Angestellten in 33 Ländern, davon über 2000 in Deutschland durch den international agierenden Personaldienstleister Kelly Services.