FTD.de » Management + Karriere » Karriere » Wenn die Routine im Job nicht mehr auszuhalten ist

Merken   Drucken   03.08.2011, 13:13 Schriftgröße: AAA

Motivation: Wenn die Routine im Job nicht mehr auszuhalten ist

Die Wechselwilligkeit deutscher Arbeitnehmer ist derzeit hoch. Der Fachkräftemangel eröffnet jede Menge neue Chancen. Auch viele Personal- und Finanzverantwortliche sind auf dem Sprung. Häufigster Grund für den Jobwechsel: zu viel Routine. von Sabine Meinert 
Für eine wirklich spannende Aufgabe würden fast zwei Drittel der Finanz- und Personalexperten im deutschsprachigen Raum ihren Job einfach hinschmeißen. Die Aussicht, die Routine zu beenden, ist für sie viel verlockender als ein gesicherter Arbeitsplatz. Das ist das Ergebnis einer Studie des Personaldienstleister Robert Half unter Hunderten Fachleuten.
Gibt es viele Routineaufgaben, macht sich schnell Frust breit   Gibt es viele Routineaufgaben, macht sich schnell Frust breit
Fakt ist aber auch: Wenn berufliche Weiterentwicklung winkt, sind die besten Kräfte nicht mehr zu halten. Immerhin jeder zweite Finanzprofi in Deutschland und der Schweiz und mehr als 40 Prozent der Finanzfachleute in Österreich würden dafür ihren alten Job kündigen.
Nahezu kein Grund für einen Wechsel ist für die meisten ein prestigeträchtiger Jobtitel. Nur etwa elf Prozent der befragten Deutschen könnte das bewegen, den bisherigen Arbeitsplatz zu verlassen. Unter den Österreichern und Schweizern wären es mit 15 Prozent beziehungsweise 21 Prozent immer noch relativ wenige. Auch ein kürzerer Weg zur Arbeit klingt für die Mehrzahl der Studienteilnehmer nicht überzeugend. Nur für etwa ein Drittel wäre das ein ausschlaggebender Faktor.

Aus welchem Grund würden Sie Ihren Job wechseln?
Interessantere Aufgabe 58 Prozent
Entwicklungsmöglichkeiten52 Prozent
Kürzere Pendelzeit30 Prozent
Jobtitel, mehr Prestige11 Prozent

"Damit Top-Fachkräfte gebunden werden, sollten Unternehmen nach Wegen suchen, die Aufgaben und Verantwortungsbereiche ihrer Mitarbeiter stets interessant zu gestalten und ihre Karriere zu fördern", rät Sven Hennige, Managing Director Central Europe bei Robert Half International. Am besten gelinge dies, wenn ein offener Dialog über die Erwartungen und Wünsche beider Seiten etabliert werde.
Die Experten von Robert Half empfehlen zudem, um der Jobroutine zu entfliehen:
  • Öfter mal was Neues ausprobieren! - Versuchen Sie Ihren Vorgesetzten davon zu überzeugen, Ihnen zusätzliche Aufgaben zu übertragen, bei denen Sie sich weiterentwickeln können.
  • In Bewegung bleiben! - Schnuppern Sie auch in andere Unternehmensbereiche hinein. Das bringt Abwechslung und Sie (und Ihr Chef) entdecken möglicherweise ganz neue Fähigkeiten an sich.
  • Hohe Ziele setzen! - Wo sind die neuen Herausforderungen? Fragen Sie ruhig auch mal nach Aufgaben, die bisher auf einer höheren hierarchischen Ebene erledigt wurden. Neben der Abwechslung wächst so auch der Ehrgeiz.
  • Gleichgesinnte suchen! - Bemühen Sie sich um die Mitarbeit in einer interessanten Projektgruppe, wo mit ebenso viel Engagement wie bei Ihnen gearbeitet wird.
  • Neue Wege beschreiten! - Führen Sie die täglichen Routinearbeiten jeden Tag ein bisschen anders aus. Durchbrechen Sie so das Einerlei und wenden Sie sich dann anderen abwechslungsreicheren Tätigkeiten zu.
Wie der Hiring Index der Sparte Finance & Accounting von Robert Half zeigt, ist gerade in deutschen Finanzabteilungen derzeit ordentlich Bewegung. Deutlich mehr Unternehmen als noch zu Jahresbeginn wollen in den kommenden Monaten Stellen neu besetzen und sogar neue Arbeitsplätze schaffen. Im Schnitt in jeder fünften Firma sollen das Finanzteam umstrukturiert werden und Jobs neu besetzt werden. Knapp jede zweite Firma will die Finanzabteilung erweitern.
Dem Personaldienstleister zufolge liegt das an den erweiterten Verantwortlichkeiten der Finanzexperten in den Unternehmen, die inzwischen der Unternehmensführung viel stärker als zuvor beratend zur Seite stehen. Zudem sei mehr Arbeit zu bewältigen. Der Index macht deutlich: Die übergroße Mehrheit hat derzeit große Schwierigkeiten, Mitarbeiter für das Finanzwesen, das Rechnungswesen und operative Aufgaben im Finanzteam zu finden.
Benefits für umworbene Mitarbeiter
Gerade Top-Arbeitgeber versuchen deshalb, mit Extras die qualifizierten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Deutlich mehr Firmen in Deutschland bieten über das monatliche Gehalt hinaus regelmäßig einige Benefits über die gesetzlichen Regelungen hinaus an, wie das Research-Unternehmen CRF Institute im jährlichen Vergleich feststellte.

Top 10 der Zusatzleistungen bei deutschen Top-Arbeitgebern 
1. Zuschuss zu Verpflegungskosten oder bezuschusste Kantine76 Prozent
2.Fitnessangebote oder Zulagen für Fitnesskurse73 Prozent
3.Medizinische Versorgung/Unterstützung65 Prozent
4.Studienzuschuss/-Unterstützung58 Prozent
5.Sabbatical bzw. genehmigter erweiterter Urlaub54 Prozent
6. Kfz-/Reisezulagen51 Prozent
7.Erweiterter Erziehungsurlaub50 Prozent
8.Studienurlaub48 Prozent
9.Kinderbetreuung /-zulagen46 Prozent
10.Home Services am Arbeitsplatz21 Prozent
Quelle: CRF Institute: Top Arbeitgeber Deutschland 2011

Bei den europäischen Nachbarn hingegen liegen die medizinischen Angebote für die Belegschaft an der Spitze. Ebenfalls beliebt sind Sabbaticals und die teilweise Übernahme von Verpflegungskosten. Je nach Land sind die Unterschiede jedoch sehr deutlich: In Großbritannien sind demnach Studienzuschüsse, Fortbildungsurlaub und erweiterter Mutterschaftsurlaub am gefragtesten. In Spanien sind Reisekostenzuschüsse und befristete Auszeiten am beliebtesten. Dort und in den Niederlanden zeigen sich die Arbeitgeber besonders großzügig in ihren Angeboten.
"Die Unternehmen wissen, dass sie heute mehr als ein monatliches Gehalt bieten sollten, um für hochqualifizierte Fachkräfte attraktiv zu sein", fasst David Plink, COO des CRF Institutes, zusammen. Er verweist jedoch darauf, dass in Zukunft nicht nur pauschale Angebote für alle Mitarbeiter eine Rolle spielen werden. "Die Flexibilisierung von Angeboten ist ein zunehmend wichtiger Faktor für die Gewinnung und Bindung insbesondere junger Talente. Unternehmen steigern damit die individuelle Anerkennung, Zufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeiter. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Arbeitgeber, die das so genannte Cafeteria-System anwenden, zugleich auch eine signifikant niedrigere Fluktuationsrate aufweisen."
Für die Studie "Workplace Survey" befragte der Personaldienstleister Robert Half über 2400 Personal- und Finanzprofis aus 13 Ländern zu Karrieretrends und Entwicklungen am Arbeitsplatz. Zusammengefasst wurden hier die Ergebnisse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Untersuchung "HR Best Practice Report" des CRF Institute zu den Zusatzleistungen bei Top-Arbeitgebern fasst die Angaben von 340 zertifizierten Unternehmen aus neun Ländern zusammen. Wiedergegeben wurden deutsche Ergebnisse der Studie.
  • FTD.de, 03.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote