Nach der Babypause zurück in den Beruf? Ein spezielles Fernstudium hilft weiter
Beide Studiengänge kombinieren Selbststudien- und Präsenzphasen und nutzen eine Online-Lernplattform. Während der Studienanteile in den technischen Laboratorien der Hochschulen soll das Vermittelte praktisch umgesetzt und vertieft werden. Für diese Zeiten wird auch eine Kinderbetreuung angeboten. Ab Oktober stehen zehn Studienplätze je Studiengang zur Verfügung. Das Auswahlverfahren - das in den Beruf zurückkehrende Männer übrigens nicht ausschließt - läuft ab August.
Gute Beispiele von EU und Mittelstand
Zahlreiche weitere Initiativen versuchen bereits Schüler für einen technischen oder ingenieurwissenschaftlichen Beruf zu begeistern, darunter das Projekt SET-Routes der Europäischen Union. Das Förderprogramm will zudem jungen Wissenschaftlerinnen Wege in Führungspositionen aufzeigen - europaweit.
Auch viele mittelständische Unternehmen versuchen, den Fachkräftemangel verstärkt mit technikbegabten Frauen abzudecken. So unterstützt der Engineering-Dienstleister Ferchau seine Mitarbeiter bei Weiterbildungen, wie zum Beispiel im Fall von Ivonne Mathis, 27, Maschinenbautechnikerin. Sie entwickelt hydraulische Steuerblocks für Grünfutteranlagen - eine Aufgabe, die sowohl Kreativität als auch spezifisches Wissen und technische Begeisterung verlangt.
Ferchau unterstützt zudem private Bildungsinitiativen, die in Kindergärten und Schulen spielerisch den Zugang zu Technik und Naturwissenschaften eröffnen. Bei der Sonderpreis-Verleihung bei "Jugend forscht" hat man ebenso ein Auge auf weibliche Talente wie beim technischen Kunstwettbewerb "Art of Engineering". Einzelne Abteilungen übernehmen dann schon mal für Studenten die Studiengebühren. Außerdem buhlt das Unternehmen mit der "Ferchau Challenge" um Aufmerksamkeit, bei der Studententeams unbemannte Objekte entwickeln sollen, die durch Wind, Wasser oder Sonne angetrieben werden. Ein Wettbewerb als Mitarbeiter-Suchverfahren.
Verantwortungsvolle Posten
Auch Onmotive, Dienstleister für die Autobranche und die Bahn, setzt verstärkt auf begabte Frauen. Das Gummersbacher Unternehmen sucht derzeit den Kontakt zu Universitäten, um seinen Bedarf an Ingenieuren zu decken. Onmotive stellt seinen Kunden qualifizierte Fachkräfte für Projekte, zum Beispiel für die Fertigungsplanung, für das Qualitätsmanagement oder Projekte zur Verfügung, sagt Alexandra Borke.