Manfred Jaksch ist einer der Wissens-Scouts beim FIZ Technik
Logisch, dass er ein Schnell-Leser ist. Einer, der nicht schmökert, sondern blitzschnell überfliegt, wo die relevanten Informationen zu finden sind, wem sie hilfreich sein und in welchem Part der Datenbank sie Nützlich-Ergänzendes bieten könnten. Danach müssen die Quellen-Angaben erfasst werden. Ein Stab an freien Mitarbeitern hilft Jaksch, die Informationen weiter zu bearbeiten, eine Zusammenfassung zu schreiben, Schlagworte zu finden und den Text einem passenden Sachgebiet zuzuordnen.
Monatlich 4600 Anfragen
Die Arbeit der Fachreferenten ist gefragt, bestätigt Rainer Pernsteiner, Projektleiter bei FIZ Technik. "Für das Sachgebiet, für das Manfred Jaksch zuständig ist, haben wir pro Monat zwischen 4600 und 4800 Anfragen. Früher waren das eher die großen Unternehmen, heute sind es auch mittelständische Betriebe, Forschungseinrichtungen und kleinere Ingenieurbüros. Die können die Kollegen inzwischen auch sehr gut bedienen."
Um ein Problem zu lösen, geben Kunden zunächst eine Frage beim Suchportal GetInfo ein. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt, der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB), des FIZ Karlsruhe, das sich vor allem mit Mathematik- und Physikwissen beschäftigt, des FIZ Chemie in Berlin und eben des FIZ Technik in Frankfurt/Main. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, verbindet die Kunden mit der passenden Datenbank. Der Fragende bekommt in Sekundenschnelle lösungsrelevante Treffer angezeigt und kann gegen Gebühr aus den vorgeschlagenen Texten auswählen. "Viele Firmen organisieren inzwischen sogar einen Teil ihren Wissensmanagements über unsere Datenbanken", so Pernsteiner.
Kein gerader Weg
Etwa 300 Informations-Fachreferenten gibt es derzeit in der Bundesrepublik. Einen definierten Ausbildungsweg gibt es für diesen Beruf allerdings nicht. Ein ingenieurwissenschaftliches Studium wünschen sich Jaksch und Kollegen von einem Neueinsteiger meist. Dazu die Fähigkeit, sachlich zu formulieren und gut abstrahieren zu können. Wer hier arbeite, müsse sich in die Lage des Suchenden begeben und Fakten auch in einem verschwurbelt formulierten, komplizierten Text erkennen können. Außerdem zählen Kontaktfreudigkeit - häufig müssen Autoren noch einmal kontaktiert werden - und Berufserfahrung, wissen die FIZ-ler.