Die Essec Business School in Paris
Professoren der Pariser Essec Business School veröffentlichten kürzlich Analyseansätze zu Firmenidentität, Ethik und zu Schlichtungsverfahren. So zeigen sie in dem Buch "The Soul of the Corporation: How to Manage the Identity of your Company?" systematische Ansätze zur Schaffung eines Firmenimages auf. Danach sind Manager, die die Wichtigkeit einer eigenen Firmenidentität für langfristige Gewinne erkennen, ihrer Konkurrenz weit voraus. Allerdings kann das Firmenimage auch zum Nachteil für ein Unternehmen werden, falls die Identität nicht genügend gemanagt wird, so die Autoren.
Um ethische Prinzipien geht es dagegen in "Moral Foundations of Management Knowledge". Darin wird unter anderem der Frage nachgegangen: Was ist "gutes Benehmen", was "schlechtes Benehmen"? Welche Vorstellungen von der menschlichen Natur und der sozialen Realität prägen die modernen Managementtheorien? Eine dritte Publikation beschäftigt sich mit Fragen der Konfliktlösung in Beruf und Alltag. Die Verfasser weisen darin Erfolg und Grenzen der Schlichtung nach ("La médiation, modes d'emploi").
Manager-Vertrauen und legasthenische Macher
Die International University of Monaco ging unterdessen der Frage auf den Grund, warum Führungskräfte einander vertrauen. Forscher der Uni sammelten über drei Jahre Daten von 700 Führungskräften aus 38 Ländern, um herauszufinden, welche Kriterien geschäftliches Vertrauen beeinflussen. Integrität? Guter Ruf? Arbeitsmoral? So schenken vor allem Amerikaner und Finnen Geschäftspartnern aus dem gleichen Sprachraum und mit ähnlichem kulturellem Hintergrund schneller Vertrauen als anderen. Chinesen ist eine solche Ähnlichkeit eher unwichtig, so die Studie ("What makes Executives trust each other?")
Blick in ein Seminar der Cass Business School, London
Die Cass Business School in London untersuchte die Frage: Sind Legastheniker die besseren Unternehmer? Die Antwort der Forscher lautet: Ja, sie verfügen über Eigenschaften, die sie in ihrer beruflichen Position besonders erfolgreich machen. Gute Beispiele dafür sind den Experten zufolge Microsoft-Gründer Bill Gates und Virgin-Chef Richard Branson. Die untersuchten Legastheniker wiesen ausgeprägte Soft Skills aus - sie sind exzellente Kommunikatoren und kreative Problemlöser. Zudem konnten sie besser delegieren als andere, so die Studie. Hintergrund dafür sei offenbar die Lese- und Schreibschwäche, die sie bereits in der Jugend zwang, mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten umzugehen und neue Lösungswege zu suchen. Das müsse das Schulsystem künftig stärker berücksichtigen, so die Cass-Untersuchung.
Links: www.monaco.edu, www.cass.city.ac.uk, www.essec.fr