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Merken   Drucken   15.04.2008, 16:30 Schriftgröße: AAA

Neues aus den Business-Schulen

Die Universität Erlangen-Nürnberg bereitet ein weiteres MBA-Programm für Banken und Versicherungen vor. Der "MBA Finance" soll 2009 an den Start gehen. Das und weitere News von den Hochschulen. von Sabine Meinert
Gespräche zum Finance-MBA werden derzeit mit Firmen im nordbayerischen Raum geführt. Die Unternehmen sollen ihre Anforderungen formulieren, damit die Ausbildung stärker an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichtet werden kann.
Bisher bietet die Universität einen allgemein gehaltenen zweijährigen MBA-Studiengang an. Dabei bedient sie sich eines Netzwerkes mit fast 100 Partneruniversitäten. Unterstützt wird das Programm von einem sogenannten Wirtschaftsbeirat, dem unter anderen Unternehmer wie Maria-Elisabeth Schaeffler vom Automobil- und Industriezulieferkonzern INA und der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Helmut Hausmann angehören.
Link: www.uni-erlangen.de
Lesen Sie im Folgenden weitere Informationen von internationalen Business-Schulen.
Um Teilnehmer aus Deutschland warb in den vergangenen Wochen die Open University. Die Business School der größten staatlichen Fernuniversität Europas will sich künftig auch im deutschsprachigen Raum stärker profilieren. Offeriert werden MBA- und Master-Studiengänge sowie Weiterbildungsprogramme mit Zertifikat und Diplom.
Das betreute, rein englischsprachige MBA-Fernstudium dauert beispielsweise zweieinhalb Jahre und kann berufsbegleitend absolviert werden. Gearbeitet wird mit Lehrbüchern, Intranet-Foren, Multimedia-Material und audio-visuellen Lehrsendungen. An den Wochenenden sind Präsenzveranstaltungen eingeplant. Jedem Teilnehmer steht ein persönlich zugeordneter Tutor zur Verfügung. Das Studium ist durch die Akkreditierungsorganisationen EQUIS, AMBA, AACSB zertifiziert und damit weltweit anerkannt.
Link: www.open.ac.uk/germany
Die Cologne Business School bietet in Kooperation mit der Maastricht School of Management einen modularen Executive MBA an. Er soll die Teilnehmer mit fachübergreifenden Kompetenzen für Führungsaufgaben ausstatten. Zu den Schwerpunkten eines der Module gehören Marketing, Finanzmanagement, Kulturwissen und Changemanagement in multinationalen Unternehmen. Dieses Wissen wird während eines zweiwöchigen Aufenthalts in Shanghai vermittelt.
Der EMBA-Studiengang dauert 24 Monate. Vorgesehen sind sechs Präsenzphasen von jeweils zehn Tagen, die abwechselnd in Köln und Maastricht abgehalten werden. Neben klassischen Lehrmethoden werden Unternehmensplanspiele, Diskussionen, Teamwork und Case Studies eingesetzt.
Link: www.cbs-edu.de
Auch wenn an Management-Schulen vorrangig für kommende Aufgaben in Unternehmen ausgebildet wird, Forschung steht nicht hintenan. Hier einige Beispiele:
Die Essec Business School in Paris   Die Essec Business School in Paris
Professoren der Pariser Essec Business School veröffentlichten kürzlich Analyseansätze zu Firmenidentität, Ethik und zu Schlichtungsverfahren. So zeigen sie in dem Buch "The Soul of the Corporation: How to Manage the Identity of your Company?" systematische Ansätze zur Schaffung eines Firmenimages auf. Danach sind Manager, die die Wichtigkeit einer eigenen Firmenidentität für langfristige Gewinne erkennen, ihrer Konkurrenz weit voraus. Allerdings kann das Firmenimage auch zum Nachteil für ein Unternehmen werden, falls die Identität nicht genügend gemanagt wird, so die Autoren.
Um ethische Prinzipien geht es dagegen in "Moral Foundations of Management Knowledge". Darin wird unter anderem der Frage nachgegangen: Was ist "gutes Benehmen", was "schlechtes Benehmen"? Welche Vorstellungen von der menschlichen Natur und der sozialen Realität prägen die modernen Managementtheorien? Eine dritte Publikation beschäftigt sich mit Fragen der Konfliktlösung in Beruf und Alltag. Die Verfasser weisen darin Erfolg und Grenzen der Schlichtung nach ("La médiation, modes d'emploi").
Manager-Vertrauen und legasthenische Macher
Die International University of Monaco ging unterdessen der Frage auf den Grund, warum Führungskräfte einander vertrauen. Forscher der Uni sammelten über drei Jahre Daten von 700 Führungskräften aus 38 Ländern, um herauszufinden, welche Kriterien geschäftliches Vertrauen beeinflussen. Integrität? Guter Ruf? Arbeitsmoral? So schenken vor allem Amerikaner und Finnen Geschäftspartnern aus dem gleichen Sprachraum und mit ähnlichem kulturellem Hintergrund schneller Vertrauen als anderen. Chinesen ist eine solche Ähnlichkeit eher unwichtig, so die Studie ("What makes Executives trust each other?")
Blick in ein Seminar der Cass Business School, London   Blick in ein Seminar der Cass Business School, London
Die Cass Business School in London untersuchte die Frage: Sind Legastheniker die besseren Unternehmer? Die Antwort der Forscher lautet: Ja, sie verfügen über Eigenschaften, die sie in ihrer beruflichen Position besonders erfolgreich machen. Gute Beispiele dafür sind den Experten zufolge Microsoft-Gründer Bill Gates und Virgin-Chef Richard Branson. Die untersuchten Legastheniker wiesen ausgeprägte Soft Skills aus - sie sind exzellente Kommunikatoren und kreative Problemlöser. Zudem konnten sie besser delegieren als andere, so die Studie. Hintergrund dafür sei offenbar die Lese- und Schreibschwäche, die sie bereits in der Jugend zwang, mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten umzugehen und neue Lösungswege zu suchen. Das müsse das Schulsystem künftig stärker berücksichtigen, so die Cass-Untersuchung.
Links: www.monaco.edu, www.cass.city.ac.uk, www.essec.fr
  • FTD.de, 15.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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