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Merken   Drucken   06.05.2008, 12:00 Schriftgröße: AAA

Nur wer als Traumpaar überzeugt, gewinnt Studenten

MBA-Schulen kooperieren weltweit. Im besten Fall erhöhen sie so die Präsenz und verbessern das Image - vorausgesetzt, der Partner passt. von Axel Gloger
Die Kellogg School of Management macht es Kunden leicht: Wer seinen MBA nicht am Hauptsitz der Schule am Lake Michigan nahe Chicago absolvieren will, hat die Wahl: An fünf weiteren Standorten ist Kellogg vertreten. Dort unterhält die Business-Schule das, was man bei einem Unternehmen als Vertriebsfiliale bezeichnen würde.
USA, Kanada, Europa, Naher Osten, Ferner Osten - in jeder dieser Regionen steckt ein rotes Fähnchen in der Landkarte und zeigt die Präsenz der Schule an. Seit 1996 verbreitet die Schule ihren Executive MBA in aller Welt.
Mit diesem Vorgehen liefert sie das Muster für eine Praxis, die inzwischen gang und gäbe ist: Kellogg schließt sich mit einer Business-Schule in der Zielregion zusammen, legt ein gemeinsames Programm auf und kommt mit einem kombinierten Markennamen auf den Markt. Die WHU in Vallendar etwa ist das Drehkreuz der Schule in Europa, die Kunden aus der Alten Welt können hier den Kellogg-WHU Executive MBA buchen.
Imagevorsprung nach Deutschland holen
Ähnlich läuft es bei anderen Partnerschaften. Die Gisma, eine MBA-Schule in Hannover, leiht sich Marke und Bekanntheit bei der Purdue University. Die Goethe Business School der Universität Frankfurt am Main veredelt ihre noch junge, auf dem Weltmarkt unbekannte Marke durch eine Partnerschaft mit der Fuqua School of Business, gemeinsames Produkt ist ein Executive MBA.
Besonders stark vernetzt ist die Kellogg School mit gleich fünf Hochschulen. Für Matthias Klumpp von Campus Sapiens, einem auf Hochschulen spezialisierten Berater, hat diese Strategie einen einfachen Grund: "So kann man sich betriebswirtschaftlich effizient neue Zielgruppen erschließen." Beide Partner gewinnen: Die US-Schule spart sich die Kosten einer eigenen Niederlassung im Zielland.
Die Partnerschule bekommt die Werbekraft des berühmten US-Namens und bestreitet mit dessen Lehrpersonal einen Teil des Programms. "Das Co-Branding, wie die Praxis in der Marketingsprache heißt, holt den Imagevorsprung der amerikanischen Schulen nach Deutschland", sagt Klumpp.
Internationale Executive-Programme
Vier Schulen haben dem Co-Branding einen Höhepunkt gegeben: Die Gisma, die Purdue University, die deutsch-niederländische Tias-Nimbas und die Central European University in Budapest schufen ein gemeinsames Programm. Der 22-monatige Executive MBA bietet Module an allen vier Schulen. Überdies ist die Studentenschaft hier so international zusammengesetzt wie in kaum einem anderen Programm.
"Jede der beteiligten Business-Schools gewinnt Teilnehmer für diesen Kurs", sagt Anette Tronnier von der Gisma. Damit werde, erklärt die Geschäftsführerin der Hannoveraner Schule, ein sonst üblicher Mangel von Executive-Programmen behoben: "Da kommen die Teilnehmer meist nur aus dem Einzugsgebiet der jeweiligen Business-School."
Das Konzept scheint aufzugehen. Im Ranking der Financial Times belegt der IMM, wie das Programm heißt, beim Kriterium "Internationalität der Kurserfahrung" den ersten Platz. In der Gesamtbeurteilung liegt das Programm im weltweiten Vergleich auf Platz elf. Als Einzelkämpfer würde keine der Schulen so weit kommen.

Teil 2: Co-Branding - keine Gewähr für Erfolg

  • FTD.de, 06.05.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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