Brunnhuber wurde schon für seinen Einstieg bei der Bahn im vergangenen Jahr kritisiert. Die Initiative Lobbycontrol beanstandete den Wechsel von der Politik zum Unternehmen wegen des "Drehtüreffekts". Denn bis März 2010 amtierte der Schwabe als Aufsichtsrat des Konzerns und war damit für die Kontrolle des Vorstands zuständig. Der Wechsel aus dem Gremium in das operative Geschäft hatte für manche Bahn-Kenner daher ein Geschmäckle. Als Sonderbeauftragter musste Brunnhuber unter anderem zum Versagen der Klimaanlagen in ICEs Stellung nehmen.
Der Ex-Bundestagsabgeordnete, der sich als Verkehrspolitiker jahrelang vehement für das umstrittene Megaprojekt Stuttgart 21 eingesetzt hatte, ist nun vor allem für die Beziehungen zur Bundesregierung zuständig. Fried - der im vergangenen September vor DB-Führungskräften erst seinen Komplettrückzug aus gesundheitlichen Gründen angekündigt hatte - kümmert sich weiter um sein Lieblingsthema, die Einflussnahme auf die europäische Bahnpolitik. Zudem ist er in die Geschäftsführung des Agv MoVe eingetreten, des Arbeitgeberverbands der Bahn.
Da Brunnhuber wie Fried 62 Jahre alt ist, wird auch er bei der Bahn nicht als Dauerlösung angesehen. Als wahrscheinlich gilt, dass das Duo gut zwei Jahre in dieser Konstellation zusammenarbeitet. Gute Chancen auf die Nachfolge hat dann Frank Miram, der bisher schon Frieds Kronprinz war. Miram, heute für alle Fragen um Wettbewerb und Regulierung zuständig, erhält jetzt den Titel des Ständigen Vertreters von Brunnhuber - und das Recht, direkt an Bahn-Chef Grube zu berichten.