Zuhörer eines MBA-Kurses in Frankreich
Bei der HEC Paris beispielsweise sind vor einem Abschluss 30 Wochen Praktikum oder ein Jahr Berufserfahrung vorzuweisen. Fast alle Studenten nehmen zwischen dem zweiten und dem dritten Studienjahr eine einjährige Auszeit, während derer sie bis zu drei Praktika durchlaufen.
Entwickelt wurde der französische Ansatz vor 20 Jahren, um die Interessen von Arbeitgebern, Studenten und Lehrkörper gleichermaßen zu bedienen, sagt Delphine Manceau, die bei ESCP-EAP das Grande-École-Programm leitet: "Die Studenten hatten bei kurzer Laufzeit Probleme, wirklich interessante Praktikumsplätze zu finden, die ein gutes Maß an Verantwortung boten. Bei zwei oder drei Monaten bleibt gerade Zeit, die Kultur und die Abläufe des Unternehmens zu begreifen, dann ist es auch schon vorbei", sagt sie.
Firmen sind Normalpraktika zu kurz
Unternehmen sahen ein zweimonatiges Praktikum als reine Beobachtungsperiode an, während derer die Studenten keine Verantwortung übernehmen und nicht an Entscheidungen beteiligt sein sollten. Die Professoren dagegen wünschten sich, dass die Studenten länger in den Unternehmen blieben, um ihre Erfahrungen dann ins Studium einbringen zu können. Dies sollte die Kurse für Studenten und Lehrer interessanter machen. In längeren Praktika können Studenten viel mehr erreichen, als nur das Gelernte auf praktische Probleme anzuwenden.