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Merken   Drucken   08.09.2006, 21:00 Schriftgröße: AAA

Prüfung für die Europa-Liga

Mit dem neuen Gütesiegel Epas lassen sich jetzt auch deutsche Bachelor- und Master-Programmen der Wirtschaftswissenschaften zertifizieren. Davon versprechen sie sich internationale Anerkennung. von Bärbel Schwertfeger
Automedon-Plastik von Oswald Hiery auf dem Campus der Universität ...   Automedon-Plastik von Oswald Hiery auf dem Campus der Universität Saarbrücken
Für Christian Scholz ist das neue Gütesiegel der European Foundation for Management Development (EFMD) genau das Richtige. "Ich habe unser Programm vor 15 Jahren bewusst als ein europäisches MBA-Programm aufgebaut", sagt der Direktor des MBA-Studiengangs an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Deshalb seien die auf den deutschen Sprachraum ausgerichteten Akkreditierungen für ihn nicht relevant gewesen.
Die EFMD ist die größte Vereinigung der Business-Schulen, Universitäten und Unternehmen in Europa. Seit 1997 vergibt sie das Qualitätssiegel Equis (European Quality Improvement System). Im Gegensatz zum neuen Gütesiegel Epas (EFMD Programme Accreditation System) ist Equis eine institutionelle Akkreditierung.
Für die Universität Saarbrücken kam diese nicht in Frage: "Das umfasst die gesamte Fakultät und damit eine Vielzahl von Programmen", sagt Scholz. Dafür habe man gegenwärtig keine Ressourcen.
Doch nun gibt es Epas, und die Saarbrücker Universität ist wohl die erste deutsche Hochschule, die sich dem neuen Qualitätsprüfung stellt. "Damit haben die Schulen die Möglichkeit, auch einzelne Bachelor- und Master-Programme akkreditieren zu lassen", sagt Julio Urgel, Director Quality Services bei der EFMD. Bewertet wird dabei neben der Qualität auch die internationale Dimension des Studiengangs.
Die ersten Epas-Gütesiegel gingen im April an die britische Oxford Brookes Business School, die französische Ecole Supérieure des Sciences Commerciales d'Angers (ESSCA) und die Amsterdam Business School. Zur Zeit stecken etwa zehn Schulen im Bewertungsprozess. Im September soll das neue System vollständig etabliert sein.
Internationale Anerkennung
"Mit unserer neuen Initiative hoffen wir, auch in Deutschland auf Interesse zu stoßen", sagt Urgel. Schließlich fällt es gerade deutschen Hochschulen auf Grund ihrer Strukturen schwer, die Equis-Kriterien zu erfüllen. Mit der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Koblenz und der Mannheim Business School haben bisher erst zwei deutsche Hochschulen das international angesehene Qualitätssiegel erhalten.
"Die größten Hürden sind die mangelhafte Internationalisierung und die schwache Hochschulleitung", sagt der EFMD-Qualitätsmanager. Denn um eine gute Business-Schule zu führen, müsse man sich permanent den aktuellen Entwicklungen anpassen und brauche daher schnelle Entscheidungsprozesse. Auch Hanspeter Vietz freut sich über Epas.
"Darauf haben wir schon lange gewartet", sagt der Geschäftsführer MBA an der Universität Augsburg. "Das ist genau das, was wir brauchen." Wie in Saarbrücken kam auch in Augsburg die institutionelle Akkreditierung nicht in Frage. Das neue Gütesiegel bringe die internationale Anerkennung, sagt Vietz. Schließlich testiere mit der EFMD eine der weltweit maßgeblichen Akkreditierungsorganisationen die Qualität des Programms.
Dass das Gütesiegel noch unbekannt ist, stört den MBA-Geschäftsführer dabei nicht. Auch bei der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW) ist Epas bereits in der Diskussion. "Wir haben uns das schon genau angeschaut", sagt Sven Ripsas, Direktor des Institute of Management Berlin (IMB), in dem die fünf MBA-Studiengänge der FHW seit 2005 zusammengefasst sind.

Lesen Sie mehr über Doppelakkreditierungen

  • FTD.de, 08.09.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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