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16.01.2008, 07:29
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Recht + Steuern:
Das schafft nur Ally
Zwar heuern immer mehr Frauen in großen Kanzleien an, bis zur Partnerin schaffen sie es aber selten. Denn die Arbeitsweise der Sozietäten zwingt sie häufig zur Entscheidung: Kinder oder Karriere.
von Lena Gürtler
Mit ihrem charmanten Geplapper verdreht sie allen den Kopf. Den lieben langen Tag über Beziehungsprobleme und ihr Singledasein philosophieren und gleichzeitig erfolgreiche Anwältin in einer prestigeträchtigen Kanzlei sein, das kann nur eine: Ally McBeal. Und das funktioniert auch nur an einem Ort der Welt: im Fernsehen.
Arbeiten und auch noch leben? Das schafft nur der TV-Charakter Ally McBeal (Calista Flockhart)
Viel reden und arbeiten können Anwältinnen in deutschen Großkanzleien auch. Nur zu sagen haben sie dort nicht viel; Zeit, ihre Familie zu planen, erst recht nicht. Laut einer Umfrage des Rechtsmagazins "Juve" sind nicht einmal zehn Prozent der Partner in größeren Kanzleien weiblich. Dabei haben immer mehr Frauen das juristische Staatsexamen in der Tasche. Betrug der Anteil weiblicher Anwälte vor drei Jahrzehnten gerade mal sechs Prozent, ist heute fast jeder dritte Anwalt eine Frau.
Eine Einzige hat es in Deutschland bis zur geschäftsführenden Partnerin gebracht. Barbara Mayer arbeitet in Freiburg in der Kanzlei Graf von Westphalen, einer Sozietät mit Standorten von Schanghai bis Brüssel. Wie stark gerade Wirtschaftsrecht immer noch eine Männerdomäne ist, hat sie zu spüren bekommen: "Manchmal wurde ich früher für meine eigene Sekretärin gehalten", sagt die 43-Jährige. Ihr Mittel dagegen: "Da hilft ein Doktortitel." Den trägt sie inzwischen.
| Frauen im Recht |
| Barbara Mayer, Jahrgang 1964, ist geschäftsführende Partnerin der Kanzlei Graf von Westphalen in Freiburg. Sie studierte in Heidelberg, Freiburg und Straßburg und promovierte über die Zulässigkeit der Privatisierung der Deutschen Bundespost. Die Schwerpunkte ihrer anwaltlichen Tätigkeit liegen im Gesellschaftsrecht, Mergers & Acquisitions, im internationalen Wirtschaftsrecht und im Kartellrecht. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin mehrerer Handbücher zum Aktienrecht. |
| Cristina Tinkl, Jahrgang 1974, ist seit 2007 Anwältin bei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Düsseldorf. Nach ihrem Studium in Bremen und Münster arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, später als persönliche Referentin der Rektorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie promovierte in Strafrecht. Die Schwerpunkte ihrer anwaltlichen Tätigkeit sind das Vergaberecht, Public-Private Partnerships, Privatisierungen und das Wirtschaftsstrafrecht. |
| Mechtild Düsing, Jahrgang 1944, ist Mitglied des Vorstands des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Sie studierte Jura, Archäologie und Kunstgeschichte in München und Münster. Als Notarin und Rechtsanwältin in der von ihr mitgegründeten Sozietät Meisterernst Düsing Manstetten arbeitet sie in Münster. Dort befasst sie sich vor allem mit dem Hochschulrecht, dem europäischen Landwirtschaftsrecht und dem Erbrecht. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. |
Mayer managt den Kanzleibetrieb und berät weiter Mandanten. Ihr Mitbestimmungsrecht hat allerdings seinen Preis: eine 70-Stunden-Arbeitswoche, "niedrig geschätzt", sagt die Anwältin. "In einer wirtschaftsrechtlichen Kanzlei muss man wirklich hart arbeiten. Vielleicht sind Frauen weniger willens, das auf sich zu nehmen."
Teil 2: Warum Familienplanung nicht nur für Frauen zum Problem wird
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FTD.de, 16.01.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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