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Merken   Drucken   15.02.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Special MBAs: Jeder Fünfte wählt ein Nischenprogramm

In der vergangenen Dekade prägte der Trend zur Spezialisierung die meisten Branchen, doch kaum eine hat den Gedanken der Segmentierung so begeistert aufgenommen wie die Business Schools. Heute konzentrieren sich viele Schulen auf Spezialgebiete wie Raumfahrt, Weinmanagement, Luxusgüter, Immobilien oder sogar Kirchenführung. von Barbara Bierach (mba-channel.com) 
An der Internationalen Universität von Monaco kann man lernen, wie ...   An der Internationalen Universität von Monaco kann man lernen, wie Luxusmarken gegründet werden
Seit dem Jahr 1990, in dem eine der wichtigsten Akkreditierungsorganisationen für Business Schools - die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) International - ihre Leitlinien veränderte, um die Entstehung innovativer Lehrpläne zu fördern, steigt die Zahl der Teilnehmer an Spezialprogrammen stetig. Heute zielt bereits mehr als ein Fünftel aller Studenten an den Business Schools auf einen solchen, eng fokussierten Abschluss, berichtet die "New York Times".
Die Spezial-Programme zielen vor allem auf die praktische Anwendbarkeit. Diesen Ansatz wählen bevorzugt Schulen, die nicht zu den Topanbietern gehören. Denn die Spezialisierung ist für viele kleinere Schulen eine Möglichkeit, sich aus der Masse der über 500 akkreditierten Anbieter abzuheben. Schließlich locken Nischenprogramme sowohl Studenten, die schon genau wissen, in welche Branche sie einsteigen wollen, als auch ältere Teilnehmer mit Berufserfahrung, die das Feld wechseln möchten.
Die Business School der University of Wisconsin in Madison beispielsweise gilt als Pionier für spezialisierte MBA-Programme. 2004 stellte die Universität den Unterricht für "generelle" MBAs komplett ein und offeriert nun stattdessen 13 Spezialprogramme, beispielsweise für Marktforschung oder Immobilienwirtschaft. Andere Nischenprogramme wie das für "Energy Concentration" am Price College of Business an der University of Oklahoma versuchen, von ihrer geographischen Lage zu profitieren. Angesiedelt in der Nähe einiger Öl fördernder Unternehmen gibt es im Umfeld lokale Arbeitgeber, die an Führungskräften mit einer maßgeschneiderten Ausbildung interessiert sind. Die Rutgers University in New Jersey, in der Nähe der Firmensitze von Merck und Johnson & Johnson, nutzt die Bedürfnisse lokaler Arbeitgeber und offeriert einen MBA in "Pharmaceutical Management".
Auch die Europäischen Business Schools erkannten den Trend zur Spezialisierung früh, das gilt besonders für Frankreich. Das Programm "International Luxury Brand Management" der Essec Business School findet ausschließlich in Englisch statt und lockt jedes Jahr 40 Studenten in die Nähe von Paris, die meist nicht aus Frankreich stammen. Teilnehmer des "Wine and Spirits"-Programms an der Bordeaux Management School bereichern ihr Studium mit Aufenthalten an Partner-Universitäten in Australien und Kalifornien.
Wie hat sich die Zahl der Bewerbungen für MBA-Programme verändert?   Wie hat sich die Zahl der Bewerbungen für MBA-Programme verändert?
Es mag riskant sein, Zeit und Geld in einen stark fokussierten Abschluss zu investieren, besonders dann, wenn die Nachfrage nach Absolventen einer bestimmten Ausbildungsrichtung plötzlich zusammenbricht. Das Risiko zeigt sich derzeit zum Beispiel deutlich in der Immobilienwirtschaft. Aber letztlich passt der Gedanke, mit der Ausbildung lieber tief zu bohren als weit zu streuen, durchaus gut in eine zunehmend segmentierte Welt.
Quelle und mehr Informationen unter: www.mba-channel.com
  • www.mba-channel.com, 15.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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