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05.05.2011, 17:50
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Strategiewechsel eines Verlags:
Duden wird zum kostenlosen Helfer für Beruf und Alltag
Nichts nervt Chefs mehr als eine vor Fehlern strotzende Bewerbung eines aussichtsreichen Jobkandidaten. Deshalb gilt ab sofort: den Duden kostenlos im Internet nutzen, wenn die Karriere nicht an Buchstabendrehern und fehlenden Kommata scheitern soll.
von Sabine Meinert
Der Deutschen liebstes Nachschlagewerk ist der Duden nun gerade nicht. Dabei wäre es manchmal nötig, finden Personalverantwortliche. Viele können ein Lied über orthografisch und grammatikalisch verhunzte Anschreiben oder Lebensläufe singen - die sich nicht unbedingt als gute Präsentation für potenzielle Mitarbeiter eignen.
Rund 44 Prozent aller Bewerbungsschreiben erfüllen einer Studie des Karrieredienstes Experteer simpelste Standards nicht. Selbst einfache Tippfehler oder vergessene Endungen nerven die Personaler. Auf die gesamte Bewerbung gesehen machen schon ein bis zwei Fehler pro Seite eine gelungene Präsentation zunichte, so die einhellige Meinung unter den Einstellenden.
Präsentiert sein Hauptwerk häufig noch analog: der Dudenverlag
Doch ab sofort kann sich niemand mehr herausreden. Der Duden ist jetzt kostenlos und ohne Registrierung auch im Internet verfügbar. Der Verlag brach mit seiner bisherigen Praxis, im weltweiten Netz so gut wie nichts umsonst anzubieten. Nun kann jeder seine Rechtschreibschnitzer ganz einfach beseitigen. Dafür wurde die Website www.duden.de neu gestaltet. Sie bietet direkt Zugriff auf die klassische Nachfragefunktion.
Richtig oder falsch?
Wer in der Suchzeile ein Wort eingibt, erhält nicht nur die richtige Schreibweise, den Gebrauch in Zusammenhang mit Hilfsverben und Besonderheiten geliefert. Sichtbar werden auch Synonyme und Einträge mit zusätzlichen Erklärungen, womit dieser Begriff typischerweise verbunden wird. Ein weiterer Reiter bei den Suchergebnissen verweist unter dem Stichwort "Sprachwissen" auf Sprachtipps oder Erklärungen zum richtigen Gebrauch des gesuchten Wortes. So können sich Wissbegierige eine solide Wissensbasis zulegen oder lange Vergessenes wieder aktivieren.
Da bereits ein Drittel aller Personalverantwortlichen damit rechnet, künftig vor allem online die neuen Mitarbeiter zu finden, sollte man auch bei E-Mail-Bewerbungen und Anfragen über Unternehmens-Internetportale nicht nachlässig sein. Große Konzerne wie Areva bitten inzwischen nur noch um digitale Bewerbungsunterlagen. Dennoch zählt die Personalabteilung auf perfekte Präsentation der beruflichen und persönlichen Entwicklung.
Wo sich Fehler häufen erübrigt sich ein Background-Check. Und zwei Drittel aller Personalverantwortlichen verwendet sowieso nicht mehr als 5 bis 10 Minuten pro Bewerbung, um zu entscheiden, wer aussortiert wird oder wer in die engere Wahl kommt, wie die Studie Workplace Survey 2010 des Personaldienstleisters Robert Half ergab. Ein einzelner Lebenslauf muss sogar in einer Minute oder weniger überzeugen, so eine Umfrage des Jobportals CareerBuilder.de.
Ganze Texte auf Fehler flöhen lassen
Damit es noch einfacher wird, bietet der Duden für die Fehlersuche sogar ein automatisches Tool für ganze Texte an. Wer seine Bewerbung hier eingibt, bekommt seine Fehler so lange in Rot (orthografisch) und Grün (grammatikalisch) unter die Nase gerieben, bis er sie beseitigt. Ein weiteres Angebot betrifft Definitionen und Anwendung von Abkürzungen. Wer noch weitere Hilfen beim Schreiben seiner Bewerbung - Form, Formulierungen, Layout - braucht, kann diese im Download käuflich erwerben. Zusätzlich gibt es alle zwei Wochen Podcasts und einen Newsletter, die den weniger sprach-affinen Nutzern über kniffelige Stolperstellen hinweghelfen sollen.
Teil 2: Ein rundes Angebot für eine junge Zielgruppe
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FTD.de, 05.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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