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Merken   Drucken   16.06.2008, 12:00 Schriftgröße: AAA

Studieninhalte: Nachhaltigkeit verliert für Studenten an Bedeutung

Vielen MBA-Studenten ist Umweltverträglichkeit im Privatleben derzeit wichtiger als ein Arbeitsplatz bei einem Unternehmen, das sich "grün" gibt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter nahezu 400 MBA-Studenten der Sloan School of Management des MIT. von Rebecca Knight
Die Befragung belegt, dass es als Folge der Konjunkturabkühlung nicht mehr so wichtig ist, wie nachhaltig sich ein potenzieller Arbeitgeber verhält. Nur ein Viertel der Teilnehmer gab an, die Umweltpolitik eines möglichen künftigen Arbeitgebers unter die Lupe genommen zu haben. Rund 60 Prozent sagte, man sei eher damit beschäftigt gewesen, sich eine Stelle zu sichern.
Traditionell sind die Finanzdienstleister größter Abnehmer von MBA-Absolventen, aber in den Business Schools der USA lahmt derzeit die Rekrutierungsaktivität dieser Branche an den Hochschulen. Nach vorläufigen Informationen liegt die Zahl der angebotenen Stellen leicht unter dem Vorjahreswert.
Innovative Jobs mit gutem Gehalt gefragt
Sloans Dekan David Schmittlein sieht das pragmatisch: "Ich erinnere mich an die überschäumenden Zeiten 1998 und 1999. Wirtschaftlich leichtere Zeiten bringen eine Naivität mit sich, was eventuelle Abstriche anbelangt." In den langfristigen Karriereplänen vieler Studenten komme Nachhaltigkeit in irgendeiner Form eine Rolle zu, sagte Schmittlein.
Gefragt unter Sloan-Studenten: Innovative Jobs, vor allem in der IT ...   Gefragt unter Sloan-Studenten: Innovative Jobs, vor allem in der IT und der Unterhaltungselektronik
"Beim ersten Job nach der Schule spielt Nachhaltigkeit keine große Rolle", sagt Garrett Dodge. Der Sloan-Student sucht nach einer Stelle in der Unterhaltungselektronik oder im innovativen Bereich. "Wir suchen alle nach einem Job mit guten Erfahrungen und gutem Gehalt. Gleichzeitig ist der Markenwert des Unternehmens, wo wir unsere Karriere beginnen, sehr wichtig."
Ökologie wird erst später wichtig
Von den Befragten sagten mehr als 75 Prozent, dass das Umweltverhalten eines Unternehmens und die Nachhaltigkeit seiner Handlungen wahrscheinlich eine größere Rolle spielen dürften, sobald die eigene Karriere sich etwas weiterentwickelt habe.
"Ihr kurzfristiges Ziel mag es sein, einen Job bei einer Firma mit erstklassigem Namen zu bekommen, aber langfristig wollen sie mit dem Gelernten ihr eigenes Unternehmen aufmachen", sagt Stacy Blackman, die MBA-Bewerber berät. "Nach dem 11. September redeten die Leute von Jobs im Sicherheitsbereich. Nach Enron ging es um ethisches Gebaren. Heute reden die Leute davon, etwas mit Umwelt zu machen."
Ziel ist ein eigenes Unternehmen
Viele Studenten bezeichneten umweltfreundliches Verhalten im Privatleben als wichtig. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage gab an, sie hätten in den vergangenen sechs Monate bestimmte Marken gewechselt und seien auf Produkte mit ausschließlich natürlichen Zutaten umgestiegen.
Der Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit schaffe gute Möglichkeiten, sagten 93 Prozent der Studenten. Rund die Hälfte von ihnen beabsichtigt, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Quelle: The Financial Times, www.ft.com
  • FTD.de, 16.06.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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