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Merken   Drucken   14.09.2011, 11:00 Schriftgröße: AAA

Tipps zum Bewerben: Punkten mit Persönlichkeit

Ein Jobkandidat im Vorstellungsgespräch hat sich in der Regel vorbereitet: auf Fragen zum Lebenslauf, zur Arbeitserfahrung, zu Karrierezielen. Was aber viel mehr zählt als das Fachliche, ist die Persönlichkeit. von Sabine Meinert 
Deutsche Personalverantwortliche nehmen die Bewerbungsmappen für neue Mitarbeiter nur ganz kurz in die Hand. Allerhöchstens fünf bis zehn Minuten informieren sie sich, ob der Jobkandidat geeignet ist. Das liegt nicht nur daran, dass sie kaum Zeit abknapsen können, um die potenziellen neuen Mitarbeiter auszuwählen. Der Fokus der Personaler liegt inzwischen auch mehr auf persönlichen Qualitäten. Und die lassen sich aus der Bewerbungsmappe nur schwer herausfiltern.
Studienfach und Persönlichkeit zählen am meisten bei Bewerbungen   Studienfach und Persönlichkeit zählen am meisten bei Bewerbungen
Die Persönlichkeit ist für Personalverantwortliche immerhin das zweitwichtigste Auswahlkriterium, gleich nach dem Studienfach. Das ergab eine bundesweite Befragung der beiden Personaldienstleister Universum und Access Kelly OCG unter 500 Mitarbeitern von Personalabteilungen. Fast 90 Prozent von ihnen gaben zu Protokoll: Persönlichkeit ist uns sogar wichtiger als Praxiserfahrung oder die Examensnote.
Welcher Studienabschluss? Nicht so wichtig!
So stufen die Entscheider die berufliche Erfahrung zu 71 Prozent als relevant ein. Ebenso gehören sehr gute Englischkenntnisse zu einem guten Bewerber, sagen knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer. IT-Kenntnisse und Auslandserfahrungen gelten indes nicht als Standardkriterien - nur ein Drittel der Personaler legt darauf Wert. Soziales Engagement der Bewerber ist sogar nur für 18 Prozent der Umfrageteilnehmer wichtig.
Zusätzlich gilt: Über welchen Studienabschluss ein Jobkandidat verfügt, ist eher zweitrangig. Ob mit Diplom, Master oder sogar Doktortitel - Hauptsache, der Bewerber ist über den Bachelor-Status hinausgekommen. Ausdrücklich gefordert werden Promotion, MBA oder eine weitere Fremdsprache nur in Ausnahmefällen.
Allerdings schauen die Führungskräfte genau hin, wo ein potenzieller neuer Mitarbeiter seinen Abschluss erworben hat. Besonders gute Chancen besitzen demnach Absolventen der Hochschulen und Fachhochschulen im Süden und Westen der Republik. Ausnahmen wie die Technischen Universitäten Ilmenau und Dresden bestätigen die Regel. Im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber den guten Ruf ihrer Alma Mater deshalb voll ausspielen.
Mangelnde Soft Skills als K.o.-Kriterium
Wer sich durchsetzen will, sollte jedoch auch im Blick haben: Die Chancen steigen mit der praktischen Erfahrung. Zu wenig davon ist für 56 Prozent der Befragten ein Negativkriterium, das den Bewerber um die ausgeschriebene Stelle bringen könnte. Auch mangelnde Soft Skills fallen im Gespräch äußerst unangenehm auf. In der Rangliste der K.O.-Kriterien liegt dieser Störfaktor noch vor ungenügendem Fachwissen.
Wer angesichts der vielen Fallen, in die ein aufgeregter Jobbewerber nur zu schnell tappt, Angst hat, sich im Vorstellungsgespräch um Kopf und Kragen zu reden oder sich nicht adäquat zu präsentieren, sei beruhigt: Obwohl 87 Prozent der Personaler angeben, Persönlichkeit sei eines der wichtigsten Auswahlkriterien, sieben nur die wenigsten knallhart aus. Vier von fünf Führungskräften unterbreiten sogar den Kandidaten ein Angebot, die ihrer Meinung nach nicht zum Unternehmen passen.
Und auch die Furcht, eine zu hohe Gehaltsforderung könne den neuen Job kosten, ist weitgehend unbegründet. Nur etwa jeder elfte Entscheider würde einem Kandidaten mit überzogenen Vorstellungen direkt eine Absage schicken. Schlechte Zeugnisnoten sind lediglich für 15 Prozent ein Ausschlusskriterium. Und selbst eine verdammt lange Studienzeit wird nur selten zuungunsten der Bewerber ausgelegt.
  • FTD.de, 14.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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