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Merken   Drucken   11.11.2008, 14:00 Schriftgröße: AAA

Trend am Arbeitsmarkt: Spezialisierte Websites vereinfachen Jobsuche

Soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing machen es vor: Kontakte über das Internet können auch bei Jobsuche und Projektentwicklung weiterhelfen. Um Bewerbung und Networking noch effektiver zu machen, gibt es inzwischen zahlreiche branchenspezifische Plattformen. von Sabine Meinert
Wer den nächsten Karriereschritt plant, sucht längst nicht mehr in der Zeitung nach Stellenanzeigen. Egal, ob Berufseinsteiger oder profilierter Spezialist: Das Internet bietet deutlich mehr und spezifischere Möglichkeiten. Neben den Webseiten der bevorzugten Arbeitgeber bieten sich auch Branchen-Netzwerke an.
So können sich Ingenieure auf www.ingenieurkarriere.de entweder über ein eigenes Profil vorstellen, Jobofferten suchen oder über die Firmenpräsentationen den nächsten Arbeitgeber unter die Lupe nehmen. Nach dem gleichen Prinzip ist auch die Seite www.it-arbeitsmarkt.de aufgebaut. Ähnliche Webpages gibt es wohl inzwischen für nahezu jede Branche, wahlweise von Verbänden oder Jobinitiativen organisiert.
BA immer mit dabei
Selbst die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die je nach Profession zugespitzte Kontakt- und Jobsuche. So bietet sie beispielsweise gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter www.agrarjobboerse.de den Beschäftigten der deutschen Agrarbetriebe Vermittlungsdienste an. An anderen Stellen im Web - wie unter www.medizinische-berufe.de - schließen sich Arbeitgeber zusammen, um eine spezifische Jobvermittlung und Kontaktpflege zu ermöglichen.
Hintergrund ist die Fülle an Informationen, der sich Firmen wie Bewerber auf dem Jobmarkt mittlerweile gegenüber sehen. Kaum jemand hat noch Zeit, die tägliche Informationsflut zu verarbeiten. Gleichzeitig wird die Arbeitswelt transparenter und rückt damit näher an die Menschen heran, so eine Studie des Wissenschaftlers Anders Parment von der schwedischen Universität Linköping.
Große Anbieter ziehen mit
Inzwischen setzen auch die Personaldienstleister das branchenspezifische Jobmarktregister. Ihr Angebot wird zunehmend auf einzelne Nischen zugeschnitten und verfeinert. Allen voran versuchen die großen Jobbörsen wie www.monster.de, www.jobscout24.de oder www.stepstone.de, dem Wunsch nach brancheninterner Job- und Kontaktsuche nachzukommen und bauen ihre Webseiten dementsprechend auf.
Blick auf die Homepage von www.mysportprofiler.com   Blick auf die Homepage von www.mysportprofiler.com
Neu im Reigen der Branchenplattformen ist seit kurzem www.mysportprofiler.com. Sie will Unternehmen und Bewerber der Sportbranche zusammenbringen. SMS-Services benachrichtigen Nachwuchskräfte, Absolventen und Quereinsteiger über freie Stellen. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich den gut zwei Millionen Beschäftigten der Sportbranche in Europa zu präsentieren und Interessenten zu ködern. Der Initiator, die Sport Invest Group hat dafür Tennisstar Yannick Noah als Werbefigur gewinnen können.
Firmen vor neuen Herausforderungen
Der Trend zeigt, dass gerade die Generation der heutigen Berufseinsteiger mit sozialen Netzwerken und virtuellen Welten sehr vertraut ist und diese auch für die Karriere stark nutzt. So spielen Erfahrungen aus social communities für die so genannte Generation Y eine große Rolle, denn Emotionen zählen für sie mehr als Unternehmenszahlen. Der schwedische Forscher Anders Parment verweist daher auf eine wichtige Folge: Die Glaubwürdigkeit der Informationen, die über Xing, LinkedIn oder andere Plattformen gewonnen werden, schätzen die Berufsanfänger von heute viel höher ein als viele andere Informationen. So gelten Praktika zwar als gute "Schnuppermöglichkeit". Wenn jedoch ein Kontakt aus dem sozialen Netzwerk bereits über diese Erfahrung verfüge, werde sie gern für die eigenen Zwecke adaptiert, so Parment.
Für die Unternehmen stellt sich daher die Aufgabe, neue Kommunikationsinstrumente wie Blogs, social communities oder branchenspezifische Jobbörsen für sich zu nutzen. Zunehmend wird es wichtiger, sich nicht nur über die firmeneigene Homepage zu präsentieren. Im Web sind neben Jobbeschreibung, Karrieremöglichkeiten, Vakanzen und den üblichen Angaben zum Gehalt vor allem Profile der künftigen Mitarbeiter und neue Anreizstrukturen gefragt. Denn die Berufseinsteiger von heute fragen nicht mehr "Kann ich den Job bekommen?" und "Was bringt er mir ein?", sondern "Passt dieser Job zu mir?" und "Bringt er mich persönlich weiter?". Auch bei Bewerbungen über branchenspezifische Jobplattformen.
  • FTD.de, 11.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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