Eine von wenigen: Antje von Dewitz übernimmt in Kürze das väterliche Familienunternehmen Vaude
Bei 40 Prozent der beleuchteten Firmen haben zumindest überwiegend Familienmitglieder das Sagen. In ebenso vielen Unternehmen gibt es gemischte Führungsgremien, in denen die Externen überwiegend die Fäden in der Hand haben. Nur in 15 Prozent der Unternehmen hält sich die Familie ganz aus dem Top-Management raus.
Je größer, desto mehr "Fremde"
Klar wird: Je größer das Unternehmen und je mehr internationale Geschäfte es abwickelt, desto öfter werden externe Manager engagiert. So dominieren sie die Führungsspitze in fast zwei Dritteln der befragten Unternehmen, die mehr als 500 Mitarbeitern beschäftigen. Allerdings sehen besonders kleinere Firmen die Notwendigkeit, sich mit externen Chefs zu verstärken.
Wo sich Externe bereits etabliert haben, stellen sie die Eigner-Familien meist auch zufrieden - wenn man nach konkreten Erfahrungen fragt. Insgesamt zeigt sich jedoch eine kritische Grundhaltung. Jede dritte Gründerfamilie sieht die Fremdmanager sogar negativ.
Notwendigkeit? - Notlösung!
Die übergroße Mehrheit (80 Prozent) der Familienunternehmen sieht den Einsatz der externen Führungskräfte schlichtweg als Notlösung. Vertrauen könne man sowieso nur der Familie, so ist weitgehend die Meinung. Die PwC-Experten machten einen regelrechten Kulturkonflikt aus. Die Gründerfamilien würden im Zweifel eher Wert auf Traditionen legen als auf Börsenwert-Maximierung, stellten sie fest. Die Angst vor einem langfristigen Identitätsverlust durch externe Top-Manager sei sehr stark in den Familienunternehmen verwurzelt, hieß es.
Die Folge: Das Misstrauen der Eigner schreckt so manche Führungskraft inzwischen ab, bei Familienunternehmen in Top-Positionen anzuheuern. 40 Prozent der familienfremden Manager ist bereits heute überzeugt, junge Führungskräfte hätten in börsennotierten Unternehmen und Großkonzernen bessere Chancen. Viele glauben zudem, in Familienunternehmen zähle die Kompetenz eines Managers nicht halb so viel wie die Zugehörigkeit zur Familie.
Ablehnung macht Jobs unattraktiv