Thorsten Havener
Havener beruft sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass der Mensch etwa 10.000 verschiedene Gesichtsausdrücke beherrscht, die jedoch nur sechs Emotionen wiedergeben: Trauer/Leid, Zorn/Ärger, Angst, Ekel/Verachtung, Überraschung sowie Glück/Freude.
Unbewusste Reaktionen
Der Vorteil für jemanden, der die Gedanken anderer erforschen will: Welcher Ausdruck sich im Gesicht zeigt, ist den meisten gar nicht bewusst. Denn das Gesicht, so haben Wissenschaftler schon vor Jahrzehnten herausgefunden, hat ein Eigenleben. Manche Regung lässt sich einfach nicht unterdrücken – selbst bei Menschen, die ein Pokerface einstudiert haben. Und andererseits: Gesichtsausdrücke lassen sich nur bedingt "produzieren". Ein falsches Lächeln fällt eigentlich immer auf, weil sich nur Teile des Gesichtes bewegen.
Thorsten Havener zufolge lässt sich erlernen, welcher Gesichtsausdruck wofür steht, auch wenn es eine Weile dauert. Im weitesten Sinne geht es darum, seine Wahrnehmung zu üben, seine Sinne zu schärfen. Denn der Gesichtsausdruck für eine bestimmte Emotion ist auf der ganzen Welt gleich: Ein afrikanischer Buschmann strahlt seine Freude genauso aus wie ein Eskimo oder ein Europäer. "Die Körpersprache ist weitgehend kulturell geprägt, auch das Benehmen unterscheidet sich von Land zu Land. Die Mimik ist dagegen gleich", erklärt der Fachmann.
Vorurteile über Bord werfen