Was sich nicht alles zu hassen lohnt, wenn man sich nur mal ein wenig in der Welt und im Internet umschaut: Google, 01805-Nummern, die Bahn, Britney Spears, DocMorris-Gründer Ralf Däinghaus, die Post, Schnulzpopsänger James Blunt, den iPod, Harry Potter, die Teenie-Kreisch-Band Tokio Hotel, Sony, den neuen Bond-Darsteller Daniel Craig, Michael Schumacher, Microsoft. Und, jetzt dürfen wir's ja schreiben: die Fußballweltmeisterschaft.
Im Speziellen: Cristiano Ronaldo, der am lautesten ausgepfiffene Akteur des zurückliegenden Turniers. Ihm haben englische Fußballfans eine Hassseite im Internet gewidmet. Sie machen den Portugiesen dafür verantwortlich, dass der englische Stürmer Wayne Rooney vom Platz gestellt wurde. Ronaldo soll beim Schiedsrichter die rote Karte eingefordert haben, nachdem Rooney einem Portugiesen ins Gemächt getreten hatte. Und dabei spielen doch Rooney und Ronaldo gemeinsam bei Manchester United! Das macht es erst recht zu einer Sauerei!
Eine Stunde brauchten die drei englischen Webdesigner für die erste Version von www.ihateronaldo.com. Die Seite fand solch überwältigende Zustimmung unter den englischen Fans, dass sie vier Stunden später überlastet zusammenbrach. Die Urheber reagierten sofort: Sie mieteten einen leistungsfähigeren Server, messen die Zugriffe mittlerweile in Millionen und kassieren Geld für Werbung. "Wir mussten schließlich auch viel reinstecken", erklärt einer der drei, die nicht namentlich genannt werden wollen. "Jetzt machen wir etwas Gewinn."