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Merken   Drucken   30.06.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Weiterkommen im Job: Spanien ist Karriereweltmeister

Im offensiven Karrieremanagement sind Spanier die Besten. Deutschland und Großbritannien punkten direkt dahinter. Doch es gibt große Unterschiede, zeigt eine Analyse. von Sabine Meinert 
Ähnlich hart wie auf dem Rasen in südafrikanischen Stadien wird in europäischen Büros um Aufstieg und Erfolg gefightet. Eine Analyse des Karriereportals Experteer untersuchte nun: Was reizt Fach- und Führungskräfte an ihrem Beruf? Welche Rolle spielt Karrierecoaching für den Berufsweg? Wie wichtig sind Headhunter, gute Beziehungen und andere Hilfsmittel, um voran zu kommen? Antworten gaben in einer europaweiten Umfrage rund 2500 Mitglieder des Karrieredienstes. Die wichtigste: Spanien ist Karriereweltmeister 2010.
Wichtige Faktoren für Zufriedenheit im Beruf   Wichtige Faktoren für Zufriedenheit im Beruf
Gut die Hälfte der Befragten gab länderübergreifend an, erst dann besonders zufrieden im Beruf zu sein, wenn sie sich herausfordernden Aufgaben stellen müssen. Vor allem Italiener und Österreicher (jeweils über 70 Prozent) sehen in der Herausforderung den größten Reiz. In Deutschland sind es immer noch 59 Prozent.
Anders als "Les Bleus": Franzosen brennen fürs Team
In Frankreich und Spanien ist dagegen der Teamgeist größter Motivationsfaktor. Mehr als 40 Prozent der Umfrageteilnehmer geben hier den Mannschaftsgedanken und ein gutes Arbeitsklima als wichtiges Kriterium an. Wie gut der Ruf des eigenen Teams ist, spielt nur für wenige Europäer eine Rolle. Lediglich die Briten legen darauf Wert. 20 Prozent gaben das Firmenimage als wichtigen Motivationsfaktor an. Zum Vergleich: In Deutschland interessiert das höchstens drei Prozent.
Der eigene Ruf dagegen ist nicht ohne Belang. Vor allem deutsche Führungskräfte bezeichnen sich als erfolgreich. Aber auch in Spanien sieht sich jeder dritte Manager als äußerst erfolgreichen Karrierestürmer. In Italien dagegen sieht sich ein Drittel als eher nicht erfolgreich.
Coachings vor allem in Deutschland gefragt
Diese Einstellung hat auch Einfluss auf die Bewertung von Coachings. Während ein Großteil der deutschen Führungskräfte (rund 40 Prozent) Karrierecoachings für effektiv und wichtig hält, finden genau so viele Briten das überflüssig. Auch zwei Drittel der italienischen Manager haben das Coaching wieder aufgegeben. Jeder fünfte Deutsche hält dagegen daran fest, auch Niederländer und Schweizer setzen auf professionelle Karriereberatung.
Europäisch geeint zeigen sich die Führungskräfte beim Thema Jobwechsel. Headhunter spielen hier die wichtigste Rolle. Als Talentscouts der Wirtschaft kommt ihnen vor allem in Spanien (40 Prozent) und Österreich (39 Prozent) eine herausragende Bedeutung bei der Besetzung neuer Spitzenjobs zu. Etwa jeder Dritte in Italien und den Niederlanden setzt zudem auf Online-Jobbörsen. In Großbritannien verlassen sich die Führungskräfte dagegen vorrangig (rund 40 Prozent) auf alte Bekannte, Studienfreunde, Geschäftspartner - sprich Kontakte, die einen neuen Arbeitsplatz vermitteln können.

Für die Umfrage zum Karriereweltmeister 2010 wurden von Mitte Mai bis Anfang Juni auf www.experteer.de über 2500 Executives und Führungskräfte weltweit befragt.
  • FTD.de, 30.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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