Managerinnen sind auch in Deutschland auf dem Vormarsch
Bislang 52 Frauen hatten einen Mentor, und sie haben einiges erreicht. Acht seien ins Board ihres FTSE-100-Unternehmens aufgestiegen, vier säßen inzwischen bei anderen FTSE-Konzernen im Aufsichtsrat, sagt Peninah Thomson. Sie leitet im Auftrag des Coaching-Unternehmens Praesta das Mentorenprogramm.
Frauen könnten sich durch das Programm mehr Vertrauen in ihre eigenen Leistungen holen und so ihre selbst gesteckten Ziele besser erreichen, sagt Iain Ferguson, Chef des Süßstoffherstellers Tate & Lyle. Aber auch die Mentoren würden ihren Nutzen aus der Initiative ziehen, so Ferguson. So würden einem Verhaltensmuster klar, die es Außenstehenden erschweren, Einlass in die Gruppe der Spitzenmanager zu finden. "Es kann uns einen langfristigen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn wir mit dem Thema Diversität besser umgehen als unsere Konkurrenz", hat Ferguson erkannt.
Wandel geht noch zu langsam voran
Das britische Programm hat ähnliche Initiativen in Frankreich und Kanada nach sich gezogen. Aber reichen derartige freiwillige Schritte aus, den Wandel zu beschleunigen? Die britische Regierung hat unlängst angemahnt, mehr Frauen in die Führungsriege zu berufen, da es beim derzeitigen Tempo ansonsten bis zum Jahr 2050 dauern würde, bis beide Geschlechter gleich stark in den Boards vertreten seien. Spaniens Regierung drängt die Firmen des Landes, den Frauenanteil in den Unternehmensgremien innerhalb der nächsten acht Jahre auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen.
In Norwegen existiert bereits eine staatliche Quote. Sie hat im Zusammenspiel mit Mentorenprogrammen und anderen Maßnahmen dazu geführt, dass Frauen mittlerweile mindestens 40 Prozent der Direktorenposten bei börsennotierten Firmen stellen. Vor sechs Jahren waren es noch sechs Prozent.
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