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Merken   Drucken   30.04.2011, 09:41 Schriftgröße: AAA

Wichtige Namen: Deutsche CEOs heißen Wolfgang, Christoph oder Michael

In den Chefetagen zwischen Nordsee und Alpen trifft man immer wieder auf die gleichen Vornamen. Die häufigsten sind klassische deutsche Namen. In den USA sind dagegen vor allem Kurzformen wie Bob oder Ted an der Firmenspitze vertreten. von Sabine Meinert 
Welche Namen die gängigsten in den Führungsebenen sind, untersuchte dieser Tage das Business-Netzwerk LinkedIn. Unter den mehr als 100 Millionen Mitgliedern weltweit findet sich auch eine repräsentative Anzahl von Führungskräften. Deren Profile zeigen: Rein statistisch haben Männer mit den Namen Wolfgang, Christoph und Michael in den deutschen Vorstandsetagen die Nase vorn.
RangDie häufigsten Vornamen der CEOs
1. Wolfgang
2. Christoph
3. Michael
4. Thomas
5. Christian
6. Andreas
7. Peter
8. Markus
9. Matthias
10. Martin
In den USA stehen bei den CEOs Herren mit den Vornamen Peter, Bob und Jack auf dem Siegertreppchen. Frauen, die in den USA Führungspositionen erobert haben, heißen oft Deborah, Sally oder Debra.
Richtiger Name gleich größerer Erfolg?
Da stellt sich natürlich die Frage: Sind Personen mit bestimmten Vornamen erfolgreicher als andere? Beeinflusst also der Name die Karriere? Lohnt gar eine Namensänderung? Die Experten von LinkedIn verglichen anhand der eingetragenen Profile dazu die Karriere-Verläufe und fanden heraus: Zumindest in den USA gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Vornamen und der Branche bzw. dem Arbeitsbereich, in dem sie tätig sind.
Bestätigt das Vornamen-Ranking: Siemens-Chef Peter Löscher   Bestätigt das Vornamen-Ranking: Siemens-Chef Peter Löscher
Demnach tragen in den USA Männer im Vertrieb häufig sehr kurze Vornamen - bevorzugt mit vier Buchstaben, zum Beispiel Chip, Todd oder Trey. Ingenieure hätten dagegen längere Namen wie Rajesh, Jeremy oder Andrew. In der Nahrungsmittelindustrie oder der Gastronomie sind dagegen häufig längere französische Namen zu finden: Thierry, Philippe und Laurent.
Frank Nuessel, Professor der klassischen und modernen Sprachen an der Universität von Louisville, erklärt diese Beobachtungen: " Kurznamen werden in vertrauten Situationen als Spitzname oder sogar als Kosename verwendet. Vertriebsleiter nutzen daher die verkürzte Form ihres Namens, um auf potenzielle Kunden zugänglicher zu wirken. "Interessanterweise ziehen Geschäftsführerinnen es vor, ihren vollständigen Namen und keinen Spitznamen zu verwenden. Sie möchten so in einem professionelleren Licht erscheinen und von ihren Mitarbeitern ernst genommen werden", so der Autor des Buches "Names: A Journal of Onomastics".
Die folgende Rangliste zeigt die besondere Häufigkeit bestimmter Namen in weiteren Branchen:
RangSicherheitsbranchePersonalwesenSportbranche
1.BillyEmmaRyan
2. DarrellKatieMatt
3. PeteClaireJessica
4.RodneyJenniferMatthew
5. TroyNatalieJason
Die Untersuchung zeigt natürlich auch regionale Vorlieben: So ist eine Häufung von CEOs mit dem Namen Ray in Kanada zu bemerken, in Brasilien überwiegt der Vorname Roberto. In Australien heißen die meisten Konzernchefs Bruce, in Neuseeland dagegen Mike, in Irland Tony, in England Charles. In Italien hören Firmenchefs überdurchschnittlich oft auf den Namen Guido, in Spanien auf Xavier, in Frankreich auf Gilles und in den Niederlanden auf Cees, so die LinkedIn-Analyse.
Dass in Deutschland neben Wolfgang vor allem klassische Namen wie Peter oder Michael vorn liegen, ist wohl auch der Demographie geschuldet. Wer sich bis zum Chefsessel eines Unternehmens hoch gekämpft hat, blickt meist bereits auf eine lange Karriere zurück. Daher sind Männer einer bestimmten Altersgruppe in diesen Positionen vertreten. Als sie geboren wurden - etwa zwischen und 1945 und 1965 - waren die deutschen Klassiker gerade groß in Mode. Kommt in den nächsten Jahren frischer Wind in die Chefetagen, dürfte sich auch die Namenshäufung hin zu moderneren Namen verschieben.
  • FTD.de, 30.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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