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Merken   Drucken   10.05.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Wo das Geld für Bildung sprudelt

Europäische Business-Schulen suchen neue Märkte. Derzeit tasten sie sich unter anderem an die Vereinigten Arabischen Emirate heran. von Oranus Mahmoodi
Die Vereinigten Arabischen Emirate locken mit dem großen Geld. Geschäftsleute und Unternehmen aus ganz Europa zieht es wie magnetisiert in die Golfregion. Die europäischen Business-Schulen wittern neue Kundschaft und ziehen allmählich nach. Die französische Insead beispielsweise ist seit September 2007 mit ihrem Centre for Executive Education and Research in Abu Dhabi präsent.
"Die dynamische Geschäftswelt hat uns gereizt", sagt Peter Jädersten, Geschäftsführer des Abu Dhabi Centre. Der erste offene Kurs soll Ende April starten, die bereits registrierten Teilnehmer kommen aus dem Nahen Osten. Ein MBA-Programm wird vorerst nicht angeboten.
Dubai setzt Fokus auf Bildung
Dieses offeriert die London Business School (LBS). Zeger Degraeve, der Direktor der Schule in Dubai, erklärt, warum die LBS im vergangenen Jahr den ersten Studiengang zum Executive MBA hier gestartet hat: "Dubai ist strategisch im Zentrum des Nahen Ostens gelegen, zwischen Europa, Asien und dem Mittleren Osten." Außerdem sei das Land, ähnlich wie London, das Finanzzentrum der Region, habe einen starken multikulturellen Bezug und entwickle sich zu einem Knotenpunkt des internationalen Tourismus.
Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen verstärkt auf Bildung - ...   Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen verstärkt auf Bildung - hier ein Blick auf Dubai
Die Insead sei durch die Bildungspolitik Abu Dhabis ermuntert worden, sich dort anzusiedeln, sagt Jädersten. Die Bildung genießt - neben Sicherheits- und Wirtschaftspolitik - in den gesamten Vereinigten Emiraten eine hohe Priorität. Durch Qualifizierung auf höchstem internationalem Niveau sollen die Emirater auf die Herausforderungen des 21. Jahrhundert vorbereitet werden - das Jahrhundert, in dem das Öl ausgehen wird.
Stipendien für Auslandssemester
Aus diesem Grund bemüht sich die Politik, andere, neue Einnahmequellen zu erschließen, etwa im Tourismus oder in der Informationstechnologie. Die Hochschulen der Emirate streben die Kooperation mit ausländischen Spitzenuniversitäten an, großzügige Stipendien sollen die Studierenden zu Auslandsaufenthalten ermuntern. In Saudi-Arabien, wo der Reichtum auch vom Erdöl abhängt, ist die Fokussierung auf Bildung hingegen nicht so stark. Die islamische Lehre ist immer noch der Mittelpunkt der Erziehung.
Einen kleinen Schritt in Richtung Öffnung geht aber auch dieser Golfstaat: Für ein Studium im Ausland werden jedes Jahr Tausende Regierungsstipendien vergeben. Die jungen Saudis sollen in der Fremde auch lernen, was Fortschrittlichkeit bedeutet - für demokratische Tendenzen zeigt sich die saudische Monarchie jedoch weiterhin nicht offen.
Großer Andrang
Die Maastricht School of Management etwa bringt ihnen die erwünschten modernen Inhalte ins Land. "Unsere Ausrichtung geht nicht in eine bestimmte geografische Region, wir gehen da hin, wo sich der Markt entwickelt", sagt Fer Somogyi, Sprecher der Maastricht School of Management. Das Interesse talentierter Manager an dem Maastrichter MBA sei groß.
Entwicklung der Bewerberzahlen an Business-Schulen   Entwicklung der Bewerberzahlen an Business-Schulen
Auch die LBS meldet eine hohe Nachfrage. Die Erwartungen seien übertroffen worden: Mehr als 450 Bewerber habe es gegeben, 78 dürften dabei sein. Die Teilnehmer kommen aus 30 verschiedenen Ländern. Ein Anteil von zehn Prozent stammt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. 15 Prozent sind weiblich.
Die Studenten des MBA-Programms werden von LBS-Professoren unterrichtet. Der Dubai-London Executive MBA ist nur ein Vorläufer, die LBS will künftig auch Executive Education-Kurse anbieten. Das derzeitige Programm dauert 16 Monate, die Kosten belaufen sich auf 58.000 Euro - für Emirater ein Schnäppchen.
  • FTD.de, 10.05.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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