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Merken   Drucken   21.12.2007, 14:00 Schriftgröße: AAA

Wo die Mitarbeiter auf Motivation pfeifen

In Japan, Hongkong und Russland arbeiten die unmotiviertesten Angestellten. Ein internationaler Vergleich zeigt: Am engagiertesten sind Mitarbeiter dagegen in Brasilien. Lesen Sie mehr über aktuelle Forschungsergebnisse der Top-Business-Schools. von Sabine Meinert
Wie stark Mitarbeiter sich im beruflichen Umfeld engagieren, hängt von der allgemeinen Zufriedenheit des Arbeitnehmers mit seiner Lebenssituation ab. Und die wiederum wird deutlich stärker von persönlichen Werten geprägt als gedacht, zeigt die aktuelle Studie von Garry Gelade vom Institut für "Organizational Behaviour & Human Ressource Management" an der Cass Business School. Weltweit ist das Prinzip gleich, wie seine Untersuchung in 49 Ländern zeigt. Doch regional sind große Unterschiede zu verzeichnen: In Russland, Japan und Hongkong herrscht weitgehend Motivationslosigkeit. Die engagiertesten Arbeitnehmer finden Unternehmen dagegen in Brasilien, Israel und Zypern.
Eine aktuelle Studie der Cass Business School (hier ein Seminar) ...   Eine aktuelle Studie der Cass Business School (hier ein Seminar) beschäftigt sich mit engagierten Mitarbeitern
Der Studie zufolge ist das Engagement in Ländern mit extrovertierter und zufriedener Arbeitnehmerschaft groß. Geringe Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft motivieren offenbar auch - das Engagement liegt hier leicht höher als in anderen Staaten. Ein Unternehmen kann zudem auf Höchstleistungen hoffen, wenn die Belegschaft engagiert zu Werke geht. Die Wirtschaftskraft des Landes hat damit allerdings nichts zu tun - die engagiertesten Mitarbeiter sind nicht notwendigerweise in den wirtschaftsstärksten Ländern zu finden, so Dr. Gelade in der neuen Studie.
Onassis-Forschungspreis
Das Thema Forschung will die Cass Business School künftig noch vertiefen. Nun soll der griechische Reeder Aristoteles Onassis Studierenden und Wissenschaftlern zu mehr Wissen verhelfen. Die Cass Business School stiftete zusammen mit der Onassis Public Benefit Foundation einen Forschungspreis für Seetransport, Handel und Finanzen.
Der mit 250.000 $ dotierte Preis soll den Nobelpreis in bestimmten Disziplinen, in denen beispielsweise der Wirtschaftsnobelpreis nicht vergeben wird, ersetzen. Er soll alle zwei Jahre verliehen werden - die Fachgebiete sollen jeweils wechseln. 2008 ist zunächst der Forschungsbereich Finanzen vorgesehen.
An der Cass Business School wird seit fast 300 Jahren in den Bereichen Seetransport, Handel und Finanzen gelehrt, seit knapp 20 Jahren gibt es ein angesehenes internationales Zentrum.
Link: www.cass.city.ac.uk

Weitere Meldungen zu Studienergebnissen führender Business Schools lesen Sie in den folgenden Abschnitten.
Klimaschutz und Energiesicherheit macht die Said Business School der University of Oxford seit Semesterbeginn im Rahmen ihres MBA-Programms zum Thema. Der neue Kurs soll angehende Führungskräfte auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten und sie für den Klimawandel sensibilisieren.
Die Oxford Said Business School   Die Oxford Said Business School
Innerhalb von fünf Tagen konnten die Studenten zukunftsträchtige Themen diskutieren. Der Kurs beinhaltete zudem eine zweitägige Konferenz, an der Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung ihr Wissen weitergaben. Dazu gehörten Douglas Parr, Chefwissenschaftler bei Greenpeace, und Robert Muir Wood, Forschungschef bei Risk Management Solutions. Sie machten darauf aufmerksam, dass und wie Unternehmen immer häufiger mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert werden.
Der Capstone Course "Tomorrow's Leaders: 21st Century Challenges" soll auch in den folgenden Semestern angeboten werden.
Link: www.sbs.ox.ac.uk
Die italienische Universität Bocconi entwickelt Simulationsspiele, um neue Studenten auf ihre Managementexpertise aufmerksam zu machen und für ihre Studiengänge zu werben. Gleichzeitig werden die so genannten Sim-Spiele auch im Lehrbetrieb eingesetzt, um Geschäftskompetenzen zu vermitteln. So können die Studierenden um das erfolgreichste Luxushotel wetteifern oder ein virtuelles Modehaus führen. Wer etwas kleiner starten will, kann zunächst auch erst mal einen Eisstand managen. Die Sim-Spiele können im Internet beziehungsweise auf dem Mobiltelefon gespielt werden.
Andrea Sironi, bei Bocconi für internationale Beziehungen zuständig: "Wir möchten junge, intelligente Studenten mit Interesse für die Geschäfts- und Wirtschaftswelt aus der ganzen Welt anziehen. Wir haben entdeckt, dass Edutainment und praktische Marketinginitiativen zu den effektivsten Mitteln zur Erschließung dieser Zielgruppe gehören."
Link: www.unibocconi.eu
In wichtigen Verhandlungen ebenso überzeugen wie im täglichen Geschehen - wie das geht, haben US-Forscher in jahrzehntelanger Recherche zusammengetragen. Die Graduate School of Business der Universität Chicago veröffentlicht jetzt die 50 besten Tricks in "Yes Fifty secrets from the science of persuasion".
Blick auf die Chicago Graduate School of Business   Blick auf die Chicago Graduate School of Business
Noah Goldstein von der Chicago GSB, Robert Cialdini, Professor für Psychologie und Marketing an der Arizona State University und Steve Martin, Autor und Leiter von "Influence at Work" wollen deutlich machen, dass jeder es lernen kann, überzeugend zu sein. Sei es, wenn es darum geht, den Kunden dazu zu bringen, einen Auftrag schnell zu bestätigen, oder wenn sie möchten, dass ihr Partner den Müll rausbringt. Ausgangspunkt sind die Schlüsselprinzipien, mit denen jeder Einzelne Einfluss ausübt - manchmal mit unerwarteten Ergebnissen. Denn häufig vertraut man seinen Instinkten. Das ist jedoch nicht immer hilfreich.
Die Autoren geben Tipps, wie Jeder seine Mitmenschen dazu bewegen kann, häufiger Ja zu den eigenen Vorschlägen zu sagen - ganz egal, ob sie ein neues Projekt einführen, den Arbeitgeber beeindrucken oder die Schulleistung ihrer Kinder verbessern wollen. Ganz wenig Einfluss kann dabei große Wirkung haben, ist Goldstein überzeugt, der als Verhaltenswissenschaftler an der Graduate School of Business weiter forschen will.
Link: www.chicagogsb.edu
Wie funktioniert Mundpropaganda eigentlich innerhalb sozialer Internet-Netzwerke wie Facebook oder MySpace? Professor Koen Pauwels von der Tuck Business School of Business untersuchte zusammen mit zwei Co-Autoren 36 Wochen lang, Anmeldungen und Einladungen auf entsprechenden Webpages. Seine Studie zeigt; dass elektronische Mundpropaganda bei weitem einflussreicher ist auf die Aquirierung von Neukunden als traditionelle Marketingansätze.
Die Studie bestimmte den Geldwert der Mundpropaganda im Internet über ein virtuelles Modell für soziale Netzwerkseiten. Jeder Neukunde entspricht darin einer bestimmten Anzahl von möglichen Werbebannern. Den Berechnungen der Autoren zufolge nehmen demnach soziale Netzwerkseiten im Internet pro zehn versendeten Einladungen eines Mitglieds 7,50 $ ein.
Link: www.tuck.dartmouth.edu
  • FTD.de, 21.12.2007
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