Zeitarbeit kann helfen, Arbeitsspitzen abzubauen - hier Maler an einer Hallenwand
Nur etwa 1,7 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind Zeitarbeiter. In Großbritannien liegt ihre Zahl etwa drei Mal, in den Niederlanden etwa doppelt so hoch. Personal-Experten sind deshalb der Meinung: Das Ausland macht es vor - hier entwickelt sich ein neues Arbeitszeitmodell.
Deutschland sollte deshalb von den europäischen Nachbarn lernen, so die Empfehlung des Personaldienstleisters Robert Half. Denn der Zeitarbeitsmarkt wächst rasant - allein der Zuwachs 2006 zum Vorjahr betrug 20 Prozent. Die Fachleute schätzen, dass sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland bis 2010 verdoppeln wird.
"Die Zeitarbeit hat lange unter einem negativen Image gelitten", sagt Ian Graves, Europa Direktor bei Robert Half. "Dass sich das geändert hat, zeigt allein die Tatsache, dass vermehrt auch bei qualifizierten Tätigkeiten auf temporäres Personal gesetzt wird." Jeder dritte Arbeitnehmer, den der Personaldienstleister einem Unternehmen überlässt, hat bereits einen Hochschulabschluss.
Was zählt: Schnell reagieren können
Für Unternehmen wie Arbeitnehmer zählt vor allem die Flexibilität - sie macht Zeitarbeit für beide Seiten attraktiv. In einer Firma können damit Arbeitsspitzen aufgefangen, Jahresabschlüsse beendet, Projekte angeschoben, Fachkräfte ersetzt, Urlaubs- und Mutterschaftszeiten kurzfristig überbrückt werden. Flexible Personalplanung ist der wichtigste Vorteil, zeigt die Erfahrung der Personaldienstleister.
Arbeitnehmer setzen jedoch daneben auch auf einen sicheren Arbeitsplatz. Zusammen mit dem Wunsch nach Flexibilität könnte man ihre Motivation mit dem Wort "Flexicurity" (flexibility + security) zusammenfassen. Dass die Zeitarbeit immer beliebter wird, hat zudem auch mit dem 2003 veränderten Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung zu tun: Es sichert gleiche Bezahlung und gleiche Rente zu und ermöglicht außerdem eine zeitlich unbeschränkte Überlassung.
Erfahrung macht wertvoll