Martin Szugat, SnipClip
Die kleine Firma des Dreißigjährigen ging mit ihrem Geschäftsmodell auch ins Ausland, inzwischen sind in der Firma sieben Mitarbeiter beschäftigt. Dass diese Entwicklung reibungslos lief, kann Geschäftsführer Szugat dagegen nicht bestätigen. Trotz des Gewinns von Gründerwettbewerben und hilfreichen Coachings musste auch er gegen zahlreiche Hemmnisse kämpfen. "Alles, was mit Behörden zu tun hat, kostet sehr viel Zeit und Geld. Außerdem sind zu viele Berater als Gründer-Abzocker auf dem Markt unterwegs. In Deutschland existieren zudem zu wenige Inkubatoren und Institutionen zur Wirtschaftsförderung. Es fehlen risikofreudige Business-Angels. Sprich: Insgesamt ist das Ökosystem für Gründer schwach."
Ähnlich sieht das auch Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. "Ich war auch mal High-Tech-Gründer. Und vor 20 Jahren habe ich ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Es hat sich eindeutig zu wenig geändert." Mit der Gründerinitiative "Unternimm was" und weiteren Förderprogramm für Start-ups will Microsoft das Klima für Existenzgründer deshalb verändern. "Deutschland muss das Silicon Valley Europas werden", so Berg und verweist auf den ökonomischen Faktor der Neugründungen. Allein 2008 seien in Deutschland von Gründern mehr als 400.000 Arbeitsplätze geschaffen worden.
Forderungen an die Politik
Gemeinsam mit dem ZEW will Berg die Missstände weiter benennen: kompliziertes Steuersystem, unflexibles Arbeitsrecht, Fachkräftemangel, zu wenig Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung. Er fordert mehr Zutun von Seiten der Politik: "Der angekündigte Gründerfonds muss nun schnell kommen und angemessen ausgestattet werden." Auch steuerliche Anreize und einen Sonderstatus für junge Unternehmen - ähnlich wie in Frankreich - kann er sich vorstellen, damit die Start-ups nach der Gründungsphase nicht gleich in die Krise schlittern.
ZEW-Ökonom Licht sieht dagegen keine Notwendigkeit, jüngere und ältere Gründer mit unterschiedlichen Förderprogrammen zu unterstützen. "Hinsichtlich ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und des Innovationsgrades ihrer Produkte unterscheiden sich die Gründergenerationen kaum. Wichtiger wäre eine Förderung bezogen auf Branchen oder auf die Eigenschaften der Gründungsidee. Und wenn das Umfeld stimmt, dann kann der stetige Rückgang der Neugründungen zumindest deutlich gedämpft werden", hofft er.
Im Rahmen der ZEW-Studie wurde die Altersstruktur von Gründern in Deutschland auf Basis des Mannheimer Unternehmenspanels untersucht. Hinzugezogen wurden Daten zu Unternehmenscharakteristika nach Altergruppen der Gründer auf der Basis des KfW/ZWE-Gründungspanels sowie zwei Unternehmens-Fallstudien.