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Merken   Drucken   08.02.2007, 14:00 Schriftgröße: AAA

Zu viel Sachzwang, zu wenig Wagemut

Der Frauenanteil in MBA-Kursen ist oftmals gering. Klassische Vorurteile gegenüber weiblichen Chefs, mangelhafte Kinderbetreuung sowie hohe Ausbildungskosten gelten als Hindernisse - aber oft fehlt auch der nötige Ehrgeiz. von Lena Rosenthal
Ana Botín, Chefin der spanischen Bank Banesto - ein Baustein ihrer ...   Ana Botín, Chefin der spanischen Bank Banesto - ein Baustein ihrer steilen Karriere ist ein Harvard-MBA
Frauen sind unter MBA-Studierenden noch immer in der Minderzahl. Die Quote liegt je nach Ausbildungsprogramm zwischen 20 und 50 Prozent, so die Schätzungen. Exakte Zahlen gibt es nicht. Jede Schule führt ihre eigene Statistik.
An der Mannheim Business School sind im Studiengang European MBA, dem Vollzeitprogramm der Business-Schule, im Durchschnitt rund 40 Prozent der Teilnehmer Frauen, in den Teilzeitstudiengängen liegt der Frauenanteil bei über 20 Prozent. "Sicherlich spricht die Internationalität unserer Programme Frauen besonders an", sagt Regina Raschke, Leiterin des Bereichs Marketing und Corporate Development der Mannheim Business School.
Das war zumindest der Grund, warum Raschke selbst in Mannheim vor einigen Jahren das European-MBA-Programm absolvierte. Nach drei Jahren Berufstätigkeit für das Unternehmen Bosch entschied sie sich vor allem deshalb für dieses Programm, weil es ihr ermöglichte, nicht nur in Mannheim, sondern auch in Warwick und Paris zu studieren.
Warum sich so wenige Frauen in Deutschland für einen MBA entscheiden, ist für Raschke ein allgemeines Karriereproblem: "Hier spiegelt sich wider, dass auf der Ebene des höheren Managements der Unternehmen, an das sich diese Programme richten, nach wie vor wenig Frauen zu finden sind."
Fehlende Kinderbetreuung Für Elisabeth Klar, selbst Absolventin der Mannheimer Business School, kommt noch etwas anderes dazu: "In Deutschland herrscht doch nach wie vor der Gedanke vor, dass eine solche Ausbildung bei Frauen rausgeschmissenes Geld ist."
Dazu kämen die fehlenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung, die es Frauen mit Familie besonders schwer machten. Die 31-Jährige hat selbst einen zweijährigen Sohn. "Es war wirklich schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Dazu musste ich mir in Deutschland immer noch anhören, ich sei eine Rabenmutter. In England oder Frankreich ist mir das nie passiert", sagt Klar.
Dass Vorbehalte gegenüber Frauen, die einen MBA-Studiengang absolvieren, vor allem ein deutsches Problem ist, belegen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Zwar gibt es keine Auswertungen, die speziell die MBA-Studiengänge abbilden, aber hier werden Daten zu den Fachrichtungen und den angestrebten Abschlüssen an deutschen Hochschulen gesammelt.
Rechnet man die Zahl der mit Masterabschluss Studierenden in den Fächern Betriebswirtschaft, Europäische Wirtschaft, Internationale Betriebswirtschaft/Management und Wirtschaftswissenschaften zusammen, so ergibt sich eine Frauenquote von 42 Prozent. Werden nur die deutschen Studierenden berücksichtigt, sackt die Frauenquote auf 37 Prozent.

Lesen Sie mehr über den Frauenanteil in MBA-Programmen

  • FTD.de, 08.02.2007
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