Weiterbildung nutzt bisher zu wenig neue Technologien
Stellt sich die Frage, ob die Methode noch stimmt. Wie gelernt werden soll in der Zukunft, ist auch unter Bildungsverantwortlichen ein großes Thema. Die Forscher erkannten bei ihrer Befragung, dass zunehmend Formen informeller Kompetenzentwicklung eine Rolle spielen werden. Den Hauptschwerpunkt ihrer Arbeit sehen sie jedoch künftig in der Wissensverbreitung, im Wissenstransfer.
Ein Beispiel: Das Technologieunternehmen Hewlett Packard entwickelte dafür das 70-20-10-Modell. Es besagt, dass nur zehn Prozent des betriebsinternen Lernens über Trainings oder Seminare - also klassische Weiterbildung - erfolgen sollen. 20 Prozent des Wissenszuwachses sollen demnach über Förderung, Coachings oder Mentoring sowie die Teilnahme an Foren oder betriebsinternen Gremien - also über Beziehungen - erworben werden. Der überwiegende Teil, nämlich 70 Prozent, steht für das Erfahrungslernen: Mitarbeit an weltweiten Projekten, Job Rotation, Erfahrungsaustausche über Foren oder schriftliche Aufzeichnungen von Kollegen.
Langfristig bildungswirksam denken
Mit steigenden Budgets für die Weiterbildung stellt sich natürlich auch die Frage: Was bringt's? Wichtig ist weniger der Beitrag am Erfolg des Unternehmens in Heller und Pfennig, sondern eher die Anbindung an die Unternehmensstrategie, sagt Seufert: "Jeden Zuwachs an Qualifikation monetär zu fassen, grenzt an Erbsenzählerei. Die meisten Unternehmen haben das aufgegeben."
Viel wichtiger sei der Stakeholder Value, also der Wert, der durch jede Einfluss nehmende Person, Gruppe oder gesellschaftliche Kraft (Mitarbeiter, Lieferanten, Kapitalmärkte, Gesetzgeber) definiert wird. Ein entsprechend ausgeprägter Wert sichert häufig die langfristige Existenz eines Unternehmens. Dass Bildung einen hohen Beitrag zur Wertschöpfung leisten kann, ist inzwischen keine Frage mehr für die Studienteilnehmer. Allein für 2008 erwartet jeder Zweite einen steigenden Wert.
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