Der Sachverständigenrat muss einen Nachfolger für die italienisch-schweizerische Ökonomin suchen. Sie folgt dem früheren Bundesbankpräsidenten Weber in den Verwaltungsrat der Großbank UBS.
Im Sachverständigenrat wird ein Platz frei. Die Volkswirtin Beatrice Weder di Mauro hat am Freitag ihren Abschied aus dem Beratergremium für die Begutachtung der Wirtschaftlichen Entwicklung angekündigt. Sie folgt dem früheren Bundesbank-Präsident Axel Weber zur Schweizer Großbank UBS. Dort ist sie für einen Platz im Verwaltungsrat nominiert.
Weder di Mauro war die erste Frau unter den sogenannten Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten. Der einmal im Jahr erscheinende Bericht des Gremiums trug ihre Handschrift. Die Ökonomin profilierte sich auch in der Schuldenkrise: Sie forderte eine substanzielle Umschuldung in Griechenland und präventive Kreditlinien des Euro-Rettungsschirms EFSF.
Um Interessenkonflikte zu vermeiden, habe sie der Bundesregierung mitgeteilt, für die in wenigen Wochen anstehende neuerliche Berufung in den Sachverständigenrat nicht mehr zur Verfügung zu stehen, teilte ihr Lehrstuhl an der Mainzer Universität mit. "Es war mir immer wichtig, auch nur den Anschein eines Konfliktes mit meiner Aufgabe im Sachverständigenrat zu vermeiden. Deshalb ziehe ich mich aus dem Rat zurück", sagte sie.
Die UBS hatte zuvor angekündigt, dass Weder di Mauro bei der Generalversammlung der Bank im Mai in das Kontrollgremium der Bank gewählt werden soll. Der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber holt sich damit für seinen eigenen Start an der Spitze des UBS-Verwaltungsrates weiteren Sachverstand. Weber soll ebenfalls im Mai - rund ein Jahr nach seinem Abschied von der Bundesbank - zum obersten Kontrolleur der mit Verlusten und Imageproblemen kämpfenden Bank werden.
Weder di Mauro ist seit 2004 Mitglied des Sachverständigenrates. "Ich habe rund acht Jahre lang mit großer Freude meine Tätigkeit im Sachverständigenrat ausgeübt", sagte die 46 Jahre alte Professorin, die sowohl einen italienischen als auch einen Schweizer Pass hat. Sie wolle sich künftig Aufgaben widmen, die im Schnittbereich von Wissenschaft und Praxis liegen sowie einen direkten Bezug zur Wirtschaft haben.
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