Als Abteilungsleiter im Ministerium wird das nun empfindlich gekürzt: Die Besoldungsstufe B9 entspricht einem monatlichen Grundgehalt von 9438,27 Euro. Weil Holle verheiratet ist (Zuschlag von 116,82 Euro) und vier Kinder hat (jeweils Zuschlag von 216,71 Euro), kommt er monatlich auf 10.421,93 Euro, im Jahr also gut 125.000 Euro - nur rund ein Zehntel der bisherigen Bezüge.
Im Ministerium, in dem es auch interne Bewerber für den Job gab, wird daher gerätselt, ob Holle nicht doch noch eine andere Motivation für den Wechsel hat als sein Interesse an Politik. Der Job gilt auch deswegen als attraktiv, weil sich dort gute Kontakte zur Finanzindustrie in Deutschland und weltweit aufbauen lassen. Das könnte Holle helfen, wenn er in einigen Jahren wieder in die Privatwirtschaft einsteigen will.
Sein Vorgänger Rolf Wenzel wird Gouverneur der Entwicklungsbank des Europarats in Paris. Er hinterlässt seinem Nachfolger ein dickes Aufgabenpaket: Reaktivierung des Bankenrettungsfonds Soffin, EBA-Stresstest für die Banken, Umsetzung der EU-Bankenrichtlinie und Basel III stehen auf Holles Agenda. Außerdem muss er prüfen, ob der britische Vickers-Report auf Deutschland übertragbar ist. Dieser hatte eine Trennung in Geschäfts- und Investmentbanken vorgeschlagen.