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09.01.2009, 11:35
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Ablösung von Watanabe:
Toyoda wird Mr. Toyota
Der krisengeschüttelte Branchenprimus Toyota braucht einen Retter - diesen Auftrag soll Akio Toyoda, der Enkel des Firmengründers übernehmen. Die Ablösung von Konzernchef Watanabe soll offenbar am Montag beschlossen werden. Außerdem: Warum Toyota nicht Toyoda heißt.
von Jenny Genger (Hamburg) und Martin Kölling (Tokio)
Über diese Top-Personalie wird bereits seit Wochen spekuliert. Die renommierte japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" ist sich nun sicher, dass der Chefwechsel bei
Toyota bevorsteht: Akio Toyoda, der Enkel des Firmengründers, soll die Konzernleitung im Juni übernehmen, schreibt das Blatt am Freitag auf seiner Titelseite. Die Quellen für die Informationen nannte die Zeitung allerdings nicht.
Mit der Inthronisierung Toyodas würde die Gründerfamilie erstmals seit 1995 wieder die Führung des Unternehmens übernehmen. Über den Wechsel an der Spitze werde das Management laut Nikkei voraussichtlich kommenden Montag entscheiden.
Für den bisherigen Statthalter
Katsuaki Watanabe endet die Amtszeit unrühmlich. Der 66-Jährige würde den Posten ausgerechnet in der größten Krise des Autokonzerns räumen müssen. Denn der lange Zeit als unangreifbar geltende Branchenprimus wird jetzt vom Wirtschaftsabschwung heftig mitgerissen: Zum ersten Mal seit mehr als 70 Jahren wird das Vorzeigeunternehmen Verlust schreiben. Der Rekordgewinn von 17,8 Mrd. Euro von 2007 hat sich mit einem Schlag ins Minus gedreht.
Akio Toyoda sagt, er wolle Toyota wie ein Chefkochen führen
Die Toyota-Aktie fiel am Freitag um 2,2 Prozent auf 3070 Yen. Innerhalb eines halben Jahres haben die Papiere damit damit knapp 38 Prozent an Wert verloren.
Watanabe, der die bisherige Erfolgsgeschichte mitgeschrieben hat und als erffizienter Verwalter galt, mutierte in den vergangenen Monaten zum Krisenmanager. Vor vier Jahren war der legendäre Kostensenker an die Toyota-Spitze gerückt. Doch seit geraumer Zeit galt er schon als Platzhalter für Toyoda.
Kursinformationen und Charts
Der Gründerenkel, der bislang als Executive Vice President fungiert, hatte im Juni 2008 zusätzlich zum Japangeschäft die Verantwortung für das schwierige Auslandsgeschäft übertragen bekommen. Damit war der Weg an die Konzernspitze vorgezeichnet. Unter Toyotas fünf Vizepräsidenten galt der 51-Jährige schon länger als einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Bereits sein Vater Shoichiro hatte den Konzern zwischen 1992 und 1999 geführt.
Der Toyoda-Clan besitzt rund ein Prozent der Toyota-Aktien und verlangt auch von Familienmitgliedern, dass sie sich ihren Aufstieg durch Leistung verdienen. Toyoda steht in seinem neuen Job vor einer harten Bewährungsprobe. Gegen einen derartigen Nachfrageeinbruch, der weltweit alle Märkte betrifft, musste der Konzern noch nie ankämpfen.
Teil 2: Warum Toyota nicht Toyoda heißt
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FTD.de, 09.01.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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