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Merken   Drucken   01.10.2008, 23:07 Schriftgröße: AAA

Aderlass bei Lehman Europa: Banker flüchten nach Nomura-Einstieg

Die Europasparte der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers verliert nach der Übernahme durch Japans größtes Brokerhaus Nomura prominente Topbanker. Der europäische Co-Chef Riccardo Banchetti und der Investmentbankingchef Alexis de Rosnay werden das Institut offenbar verlassen. von Martin Scheele und Heinz-Roger Dohms (Hamburg)
Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Außerdem werden Insidern zufolge auch Michael Tory, der Chef der britischen Investmentbankingsparte, sowie Frankreichchef Xavier Rolet zurücktreten. Die Banker wollten sich nicht äußern. Ebenso lehnten Sprecher von Nomura  und Lehman Brothers eine Stellungnahme ab.
Nomura hatte vergangene Woche Lehmans europäisches Investmentbanking- und Kapitalmarktgeschäft übernommen, ebenso die Asiensparte des US-Geldhauses. Die Bank mit Sitz in Tokio versucht seitdem, Lehmans Topbanker zu halten. So hat Nomura angeboten, das 2007er-Gehaltspaket der Banker für die kommenden zwei Jahre zu garantieren, sagen zwei Personen, die den Plan kennen.
"Bei jeder Übernahme und bei jeder Fusion entscheiden sich 10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter, die man eigentlich halten möchte, zu gehen", sagte Scott Moeller, Universitätsdozent in London und ehemaliger Banker bei Morgan Stanley und der Deutschen Bank. "Nomura tut vermutlich alles in ihrer Macht Stehende, um Mitarbeiter zu halten und mit goldenen Handschellen zu binden."
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Um europäische Lehman-Banker buhlte zuletzt auch Barclays-Präsident Bob Diamonds - allerdings bislang vergeblich. Diamonds hatte fünf europäische Topbanker zu einem Abendessen eingeladen und wollten ihnen dort ein lukratives Jobangebot machen. Doch dazu kam es nicht. Die Lehman-Manager schlugen dessen Offerte aus.
Die Gründe der Brüskierung liegen noch im Dunkeln. Fest steht, dass weite Teile der Lehman-Brothers-Belegschaft schlecht zu sprechen sind auf den Dealmaker Diamond. Als die New Yorker Investmentbank Mitte des Monats ums Überleben kämpfte, galt Barclays bis zuletzt als möglicher Retter. Stattdessen ließen die Briten die Amerikaner untergehen - um sich sodann aus der Konkursmasse zu bedienen. 1,75 Mrd. $ zahlte Barclays für Lehmans US-Geschäft. Von der britischen Niederlassung hingegen ließ Diamond lieber die Finger.
Die nun abtrünnigen Lehman-Banker Banchetti und de Rosnay hatten ihre Ämter erst Anfang September angetreten, eine Woche bevor die Muttergesellschaft Insolvenz anmeldete. De Rosnay teilte sich seinen Verantwortungsbereich mit William Vereker, Banchetti arbeitete mit Christian Meissner zusammen. Rolet wurde erst dieses Jahr Frankreichchef der Investmentbank. Tory ist ein ehemaliger Banker von Morgan Stanley und führte seit 2006 das britische Investmentbankinggeschäft von Lehman Brothers.Mit Bloomberg
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  • Aus der FTD vom 02.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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