Indra Nooyi, Konzernchefin von Pepsico
In mehreren großen US-Konzernen stehen bereits Frauen an der Spitze: vorneweg Indra Nooyi, gebürtige Inderin, die seit Oktober den Getränke- und Snackkonzern
Pepsico leitet. Kurz nach ihrer Ernennung kürte das Wirtschaftsmagazin "Fortune" Nooyi zur einflussreichsten Frau in der US-Wirtschaft. Ebenfalls an der Spitze: Anne Mulcahy, die seit 2001 den Druckerhersteller
Xerox erfolgreich führt. Meg Whitman, Vorstand des Internetauktionshauses
Ebay . Pat Woertz, Chefin des Agrarkonzerns Archer Daniels Midland. Und Irene Rosenfeld leitet den weltweit zweitgrößten Nahrungsmittelhersteller
Kraft Foods .
Im Februar schließlich überraschte der größte US-Krankenversicherer Wellpoint die Analysten, indem er mit Angela Braly eine Frau zur Chefin der rund 42.000 Konzernmitarbeiter machte. Unter den 500 führenden US-Unternehmen listet "Fortune" immerhin zehn mit einem weiblichen Vorstandsvorsitzenden auf.
Nur eine Frau im Vorstand eines Dax-Konzerns
Auch wenn ein direkter Vergleich zwischen den Ländern schwierig ist: Weibliche Führungskräfte in Deutschland können von solcher Quote nur träumen. Zum Führungskreis der 30 größten
Dax -Unternehmen gehören sie nicht. Nur eine Frau hat es bislang in den Vorstand eines Dax-Konzerns geschafft - Bettina von Oesterreich ist seit Februar stellvertretendes Vorstandsmitglied beim Immobilienfinanzierer
Hypo Real Estate . In den Ranglisten internationaler weiblicher Wirtschaftsgrößen tauchen deutsche Managerinnen ebenso selten auf.
Wer an die Spitze möchte, muss in den USA aber einiges in Kauf nehmen: "Viele Frauen verzichten auf Familie und gewöhnen sich Verhaltensweisen an, die man traditionell Männern zuordnet", sagt Kathleen Lingle, Direktorin beim US-Personalberater Alliance for Work-Life Progress. "Der Preis ist nach wie vor sehr hoch." Nur vier von fünf weiblichen Führungskräften sind verheiratet oder leben mit einem festen Partner zusammen, hat Catalyst ermittelt, ein auf Frauenforschung spezialisiertes Unternehmen. Fast alle männlichen Kollegen haben dagegen einen festen Partner. Nur 65 Prozent der Frauen haben Kinder - im Vergleich zu 90 Prozent der Männer.