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  FTD-Serie: Generation CEO

"Generation CEO" bereitet Abteilungs- und Bereichsleiterinnen auf den entscheidenden Schritt in die Top-Etage vor. Die von FTD, Capital, Bilanz und Trend sowie dem Personalberater Heiner Thorborg getragene Initiative ebnet jedes Jahr 20 Managerinnen durch Coaching und Networking den Weg.

Merken   Drucken   16.07.2007, 21:16 Schriftgröße: AAA

Agenda: Amerikas neue Managerinnen

In den USA stehen deutlich mehr Frauen an der Spitze von Unternehmen als in Deutschland. Die neuen Aufsteigerinnen geben sich selbstbewusst: Sie kleiden sich betont weiblich - und kämpfen wie Männer um Macht und Einfluss. von Birgit Dengel (New York)
Einmal am Tag, immer nachmittags, kümmert sich Belinda Grant-Anderson nicht um ihre zehntausend Mitarbeiter. Dann holt die stellvertretende Personalchefin von AT&T  ihre beiden Töchter von der Schule ab. Das ist kein Problem bei dem weltgrößten Telekomkonzern. "Kompromisse zwischen Beruf und Familie sind möglich bei AT&T", sagt die Topmanagerin, "vorausgesetzt, die Leistung stimmt." Grant-Anderson ist oben angekommen. Und sie ist nicht die Einzige.
Indra Nooyi, Konzernchefin von Pepsico   Indra Nooyi, Konzernchefin von Pepsico
In mehreren großen US-Konzernen stehen bereits Frauen an der Spitze: vorneweg Indra Nooyi, gebürtige Inderin, die seit Oktober den Getränke- und Snackkonzern Pepsico  leitet. Kurz nach ihrer Ernennung kürte das Wirtschaftsmagazin "Fortune" Nooyi zur einflussreichsten Frau in der US-Wirtschaft. Ebenfalls an der Spitze: Anne Mulcahy, die seit 2001 den Druckerhersteller Xerox  erfolgreich führt. Meg Whitman, Vorstand des Internetauktionshauses Ebay . Pat Woertz, Chefin des Agrarkonzerns Archer Daniels Midland. Und Irene Rosenfeld leitet den weltweit zweitgrößten Nahrungsmittelhersteller Kraft Foods .
Im Februar schließlich überraschte der größte US-Krankenversicherer Wellpoint die Analysten, indem er mit Angela Braly eine Frau zur Chefin der rund 42.000 Konzernmitarbeiter machte. Unter den 500 führenden US-Unternehmen listet "Fortune" immerhin zehn mit einem weiblichen Vorstandsvorsitzenden auf.
Nur eine Frau im Vorstand eines Dax-Konzerns
Auch wenn ein direkter Vergleich zwischen den Ländern schwierig ist: Weibliche Führungskräfte in Deutschland können von solcher Quote nur träumen. Zum Führungskreis der 30 größten Dax -Unternehmen gehören sie nicht. Nur eine Frau hat es bislang in den Vorstand eines Dax-Konzerns geschafft - Bettina von Oesterreich ist seit Februar stellvertretendes Vorstandsmitglied beim Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate . In den Ranglisten internationaler weiblicher Wirtschaftsgrößen tauchen deutsche Managerinnen ebenso selten auf.
Wer an die Spitze möchte, muss in den USA aber einiges in Kauf nehmen: "Viele Frauen verzichten auf Familie und gewöhnen sich Verhaltensweisen an, die man traditionell Männern zuordnet", sagt Kathleen Lingle, Direktorin beim US-Personalberater Alliance for Work-Life Progress. "Der Preis ist nach wie vor sehr hoch." Nur vier von fünf weiblichen Führungskräften sind verheiratet oder leben mit einem festen Partner zusammen, hat Catalyst ermittelt, ein auf Frauenforschung spezialisiertes Unternehmen. Fast alle männlichen Kollegen haben dagegen einen festen Partner. Nur 65 Prozent der Frauen haben Kinder - im Vergleich zu 90 Prozent der Männer.
Das soll sich künftig ändern, die Unterschiede sollen verwischen oder am besten ganz verschwinden. "Wenn wir in die Zukunft schauen, sehen wir eine Welt, in der Führungskräfte sich nur schwer erinnern, wie es war, ohne weibliche Wirtschaftsgrößen zu arbeiten", prophezeite Catalyst-Chefin Ilene Lang zuversichtlich, als sie Ende März Amerikas frauenfreundlichste Firmen mit einem Preis belohnte. Zu der Veranstaltung kamen fast 70 Vorstandsvorsitzende ins New Yorker Hotel Waldorf-Astoria. Mit dabei: Indra Nooyi von Pepsico.
Amerikanische Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie auf weibliche Führungskräfte angewiesen sind. "Frauen sind notwendig für ein erfolgreiches Geschäft", sagt Lingle. "Sie haben die besseren Uniabschlüsse, und sie liefern im Job häufig bessere Arbeit ab - wenn man sie lässt."

Teil 2: Hoher Frauenanteil - bessere Renditen

  • Aus der FTD vom 17.07.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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